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Flauer Handelstag an der Wall Street

Im Minus gestartet, im Minus geschlossen. Der Dow Jones Index baute seine Verluste über den Tag aus, konnte sich aber gegen Nachmittag von den Tagestiefständen wieder erholen.

Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent auf 10 229 Punkten. Der Nasdaq Index musste seine Gewinne dagegen über den Tag wieder abgegeben. Der Index schloss mit einem Minus von fast einem Prozent auf dem Tagestiefstand von 1842 Zählern.

Die Sorge um die Entwicklung der US-Wirtschaft belastete am Donnerstag erneut die Wall Street. Auszüge aus dem Protokoll der Juni-Sitzung der US-Notenbank ließen darauf schließen, dass das Licht am Ende des Tunnels noch fern sei. Eine baldige Erholung der US-Wirtschaft werde scheinbar noch auf sich warten lassen. Die Investitionsausgaben seien in den kommenden Monaten voraussichtlich niedriger als bisher erwartet, so die Aussage laut Protokoll.

Mit verhaltenen Prognosen für die Quartalsergebnisse der im S&P 500 Index notierten Unternehmen schürte Finanzanalyst Thomas Financial /First Call die Sorge um weiterhin rückläufige Unternehmensgewinne. Nach Prognosen des Instituts sollen die Unternehmensgewinne im laufenden dritten Quartal um 13,2 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahreszeitraum. Noch im April hatten die Experten einen Anstieg der Unternehmensergebnisse um 1,6 Prozent prognostiziert.

Zu den größten Verlierern gehören am Donnerstag erneut die Aktien der Pharmaindustrie. Bereits am Mittwoch hatte das Segment wegen schlechter Nachrichten bei Merck, Pharmacia und Pfizer ebenfalls zu den Verlierern gehört. Nachdem sich Spekulationen erhärten, dass Mercks Schmerzmittel Vioxx das Herzinfarktrisiko bei Patienten erhöhte, rangierte die Aktie von Merck erneut ganz oben auf der Minuslist des Dow Jones Index.

Zu den ungeliebten Titeln gehörten am Donnerstag auch die Aktien des Einzelhandelssektors. Die Anleger waren mit den Geschäftsergebnissen des vergangenen Quartals offenbar nicht zufrieden. Die Aktie des Discounteinzelhändlers Kmart verlor über neun Prozent. Der Konzern konnte jedoch die durchschnittlichen Analystenerwartungen für das zweite Quartal mit einem Verlust von vier Cents pro Aktie erfüllen. Der Umsatz fiel gegenüber dem Vorjahr leicht von neun Milliarden Dollar auf 8,92 Milliarden Dollar. Auch die Aktien der Heimwerkerkette Home Depot verloren 1,6 Prozent, das Papier von Branchenprimus notierte ein Prozent schwächer.

Software- und Telekommunikationsaktien mussten ebenfalls Kurseinbußen hinnehmen. Die Aktie von Microsoft drehte im Tagesverlauf ins Minus und notierte sowohl auf der Verliererliste des Dow Jones als auch des Nasdaq Index. Siebel Systems, Peoplesoft und Oracle büßten ebenso an Wert ein.

Neben SBC Communications musste auch die Aktie von ADC Telecommunications Federn lassen. Das Telekommunikationsunternehmen baute den Verlust im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Lag der Fehlbetrag noch vor einem Jahr bei 9,6 Millionen Dollar oder einem Cent pro Aktie, muss das Unternehmen nun einen Verlust von 58,1 Million Dollar oder sieben Cents pro Aktie verkraften. ADC Telecommunications verlor fünf Prozent. SBC Communications büßte dagegen über den Tag die morgendlichen Gewinne wieder ein. Der Titel wird künftig im S&P 100 Index den Platz von American General einnehmen. American General wird von Konkurrent American International Group übernommen. Von der Unternehmensübernahe profitierte auch die Aktie von Ciena. Das Papier wird den Platz von American General im S&P 500 Index einnehmen.

Der Titel von Netzwerkausstatter Cisco führte neben Amgen die Gewinnerliste des Nasdaq Index an und war die am meisten gehandelte Aktie. Der größte US-Buchhändler Barnes & Nobel konnte den Verlust im vergangenen Quartal von 13 Cents im Vorjahresquartal auf drei Cents im vergangenen Quartal eindämmen. Der Umsatz des Buchhändlers, der seinen Umsatz auch mit dem Verkauf von Computerspielen erzielt, stieg in den vergangenen drei Monaten um 14 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar. Die Aktie legte 3,4 Prozent zu.

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