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Flauer Wochenstart

Die Wirtschaftsindikatoren dieser Tage deuten größtenteils darauf hin, dass das Schlimmste überstanden ist: heute geben die Daten zum Konsumentenvertrauen Anlass zur Hoffnung. Zur Handelsmitte sind vor allem Computer- und Softwareaktien unter Druck. Aber auch Finanzwerte geben deutlich nach. Hingegen können sich Papiere aus den Branchen Energie, Pharma und Chemie verbessern.

Das Verbrauchervertrauen im Mai ist sehr viel besser ausgefallen, als das Experten prognostiziert haben. Der entsprechende Index ist gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Konsumenten sind demnach bereit, wieder mehr Geld auszugeben, beispielsweise für teure Autos. Auf die Zuversicht der Verbraucher drücken allerdings steigende Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Monaten stetig gestiegen. Auf der anderen Seite haben die Zinssenkungen seit Jahresanfang dazu beigetragen, dass Kredite billiger wurden. Die Verbraucher kommen somit billiger an Geld und nehmen vermehrt Kredite auf. Die Wall Street ist sich in der Auslegung der Zahlen aber nicht einig. Auf die Stimmung drückt nun nämlich die Sorge, dass US-Notenbankchef Alan Greenspan die Zinsen nicht noch einmal senken wird. Daneben hält sich die Freude über die verhältnismäßig guten Konjunkturaussichten in Grenzen.

Wird es nun der Knüller des Jahres oder nicht? Walt Disney hätte sich für den Start des neuen potenziellen Kassenschlagers "Pearl Harbor" vermutlich kein besseres Wochenende aussuchen können. In vielen Teilen der USA regnete es tagelang und kräftig. Es wurden 75 Millionen Dollar an den Kassen eingespielt. Der Film, der mit einem Riesenwerbeaufwand auf die Leinwände kam, kostete den Medienkonzern inklusive der Herstellungs- und Marketingkosten 215 Millionen Dollar. Experten hatten mit etwas höheren Einnahmen am ersten Wochenende gerechnet, deshalb zeigt sich die Aktie leicht schwächer. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Kriegsepos eines der erfolgreichsten Filme überhaupt wird.

Die Übernahmewelle in der Ölindustrie schwappt munter weiter. Nun möchte der amerikanische Ölkonzern Conoco den Konkurrenten Gulf Canada Resources schlucken. Der Konzern wird für das kanadische Unternehmen rund 4,3 Milliarden Dollar in bar zahlen. Zusätzlich übernimmt Conoco noch zwei Milliarden Dollar an Schulden von Gulf Canada Resources. Grund zur Freude haben nun vor allem die Aktionäre von Gulf Canada. Conoco zahlt acht Dollar je Aktie, dies entspricht einer Prämie von einem Drittel des Kurswerts verglichen mit dem Schlusskurs des Papiers von Freitag.

An der Nasdaq gehören Netzwerk-, Computer- und Chipaktien zu den Miesepetern. Schon vor Börsenbeginn wurde die Stimmung durch negative Kommentare aus dem Hause Goldman Sachs gedrückt. Die zuständige Analystin hat die Gewinn- und Umsatzprognosen für EMC und Sun Microsystems gesenkt. Sun Microsystems gibt daraufhin fast zehn Prozent nach.

Für die Übernahme des Telekommunikationsgeräteherstellers Lucent Technologies durch Alcatel können sich die Investoren nicht erwärmen. Nach neuesten Informationen des Wall Street Journals ist der französische Elektro-Gigant bereit, 23,4 Millionen Dollar in Aktien zu bezahlen. Damit würden die Lucent-Aktionäre keine Prämie bekommen. Lucent fällt um über zehn Prozent und bringt auch andere Aktien in Bedrängnis, dazu gehören Cisco Systems, Juniper Networks und Ciena, die stark an Wert verlieren.

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