Flaute auf dem Mobilfunkmarkt
Siemens produziert Handys nur noch in Kamp-Lintfort

Im Leipziger Siemens-Telefonwerk ist noch unklar, in welchem Umfang nach dem Aus für die Handy-Produktion Personal abgebaut wird. Wie sich die Stellenstreichungen auf die Konzernstandorte verteilen, werde noch geprüft, sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag. Am Vortag hatte der Konzern die Streichung von 2000 befristeten Stellen in der Handy-Fertigung angekündigt.

dpa-afx LEIPZIG. Siemens konzentriert seine Handy-Produktion in Deutschland wegen der Flaute auf dem Mobilfunkmarkt auf den Standort Kamp-Lintfort. Im westfälischen Bocholt und in Leipzig sollen künftig keine Handys mehr hergestellt werden. Leipzig werde aber Schwerpunkt für die Herstellung schnurgebundener ISDN-Telefone bleiben, sagte der Münchner Siemens-Sprecher Axel Heim.

Im Leipziger Telefonwerk waren Ende 2000 an die 800 Menschen beschäftigt. Nach Zeitungsberichten sollen hier 300 befristete Arbeitsverträge auslaufen, in Bocholt, wo weiterhin schnurlose Telefone gefertigt werden sollen, 800. Heim wol lte diese Zahlen nicht bestätigen. Die Planungen stünden im Detail noch nicht fest.

Handy-Produktion in Leipzig erst im Juli 2000 angelaufen

Das Leipziger Werk war im Januar 1999 nach Investitionen von rund 130 Mill. DM in Betrieb gegangen. Sachsen schoss einen zweistelligen Millionenbetrag zu. Die Handy-Produktion in Leipzig war erst im Juli 2000 angelaufen. Bis Herbst 2001 wollte Siemens ursprünglich weitere 64 Mill. DM in den Standort investieren.

Ursprünglich wollte Siemens den Handy-Absatz im Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) weltweit auf 48 Mill. Geräte verdoppeln. In Leipzig sollten zunächst jährlich 3,5 Mill. Handys vom Band gehen. Siemens-Chef Heinrich von Pierer wiederholte das Ziel aber zuletzt auch auf Nachfrage nicht mehr und verwies auf die unsicheren Marktprognosen. Diese seien von früher deutlich über 500 Mill. Stück auf jetzt noch bestenfalls 450 Mill. weltweit gesenkt worden. Dies würde nach den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit nur noch einen Anstieg von etwa zehn Prozent bedeuten.

Insgesamt entfällt etwa jede vierte Stelle in der Handy-Produktion von Siemens in Deutschland. Im Werk in Schanghai, das für den asiatischen Markt fertigt, seien keine Einschnitte geplant, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%