Flaute im Einzelhandel
Umsatzeinbruch bei Karstadt-Quelle

Europas größter Warenhauskonzern Karstadt-Quelle hat wegen der Flaute im deutschen Einzelhandel nach Angaben aus Unternehmenskreisen einen deutlichen Umsatzeinbruch im ersten Quartal 2002 verzeichnet. Um die Kosten zu senken, kündigte das Handelshaus am Freitag die Halbierung freiwilliger Zulagen an die Mitarbeiter an.

WiWo/ap/rtr ESSEN. "Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich schlechter", hieß es in Essen. Ein Unternehmenssprecher sagte: "Wir koppeln uns mit unseren Bereichen nicht vom allgemeinen Trend im deutschen Handel ab." Vor knapp zwei Wochen hatte der Handelsverband HDE einen Umsatzrückgang zwischen drei und vier Prozent im ersten Quartal für die Branche prognostiziert. Karstadt wird die Zahlen für Januar bis März 2002 am 22. Mai vorlegen. Im Vorjahr stagnierten die bereinigten Quartalserlöse des Essener Handelsriesen und legten nur durch die Konsolidierung der zugekauften Textilkette SinnLeffers zu.

Handel erwartet allgemein schwaches erstes Quartal

Der erwartete Umsatzrückgang im ersten Quartal werde auch im Gesamtjahr nicht wettgemacht werden können, hatte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr jüngst gesagt. Angesichts dieser Perspektive erwartet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, dass in diesem Jahr 15.000 Geschäfte schließen und damit rund 50.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Die angekündigte Halbierung der gesamten freiwilligen Zusatzleistungen sichert nach Angaben von Karstadt Arbeitsplätze.

"Für das Karstadt-Management sind die jetzt beschlossenen Maßnahmen eine wichtige Voraussetzung, weitere Personalanpassungen nach Möglichkeit begrenzen zu können", teilte das Handelshaus mit. Nur wenn sich das Geschäft wieder entscheidend verbessere, würden wieder Sonderzuwendungen fließen. Im Vorjahr hatte der Konzern bereits 4.700 Stellen abgebaut. Der Konzernbetriebsrat sei über die Sparpläne informiert worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Er wollte das Gesamtvolumen der Maßnahmen nicht beziffern.

Kürzungen betreffen nur Warenhaus-Bereich

Die Kürzungen betreffen die 60.000 Beschäftigten im Warenhausbereich des Konzern. "Im Versandhandel mit Quelle und Neckermann gibt es solche Regelungen nicht", sagte der Sprecher. Gestrichen würden die im Handel vielfach vereinbarten "Sachzuwendungen", die am Jahresende gezahlt werden. Die Höhe dieser Zulagen schwanke je nach Familienstand und Kinderzahl des Mitarbeiters zwischen 200 und 300 Euro, sagte der Sprecher.

Rein rechnerisch ergäbe sich für das Gesamtjahr ein Volumen von etwa 15 Millionen Euro und somit eine theoretisch mögliche Ersparnis von etwa 7,5 Millionen Euro allein bei diesem Posten. Ganz wegfallen sollen die Prämien, die das Unternehmen den Mitarbeitern bisher bei Heirat oder Geburt zahlt. Auch bei den Kantinenzuschüssen wolle Karstadt-Quelle künftig sparen. Sollte sich im Jahresverlauf der Trend im Einzelhandel entscheidend verbessern, beabsichtige das Unternehmen, den Mitarbeitern eine Sonderzuwendung zu gewähren. Diese soll sich am Erreichen konkreter Umsatzziele bemessen, hieß es in einer Firmenmitteilung.

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