Flaute im Stahlgeschäft
Gewinnwarnung bei Thyssen-Krupp

Die Thyssen-Krupp AG hat infolge der weltweiten Konjunkturflaute im dritten Quartal 2000/01 einen noch höheren Gewinnrückgang als von Analysten erwartet verzeichnet und für das Gesamtjahr eine Gewinnwarnung ausgegeben.

rtr DÜSSELDORF. Die frühere Prognose eines Vorsteuerergebnisses von 1,1 Mrd. ? für 2000/01 sei nicht mehr zu halten, teilte Thyssen-Krupp in seinem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht zurück. Im Ende Juni abgelaufenen dritten Quartal sei der Gewinn vor Steuern und Anteilen Dritter um 34 Mill. ? auf 374 Mill. ? gesunken. Vor dem nächsten Frühjahr sei nicht mit einer Verbesserung der konjunkturellen Situation zu rechnen.

In Reaktion auf den Zwischenbericht gaben die Aktien von Thyssen-Krupp an der Börse zunächst nach, pendelten aber im weiteren Vormittagsverlauf leicht zwischen Minus und Plus. Analysten hatten mehrheitlich einen Gewinn vor Steuern in der Größenordnung von gut 400 Mill. ? prognostiziert.

Die lahmende Weltkonjunktur schlug sich bei Thyssen-Krupp vor allem in einem um sieben Prozent auf 9,4 Mrd. ? rückläufigen Auftragseingang nieder. Besonders im Stahlgeschäft sei die Flaute zu spüren gewesen, wo die Kunden angesichts gesenkter gesamtwirtschaftlicher Wachstumsprognosen vorsichtiger disponiert und zunächst einmal ihre Lager abgebaut hätten. Probleme habe zudem ein hoher Preisdruck verursacht. In der Sparte Flachstahl wurde ein dünner Gewinn von zwei Mill. ? ausgewiesen, bei rostfreien Produkten ein Verlust von zwölf Mill. ?. Nur dank des Erlöses aus dem Verkauf der brasilianischen Erzgrube Ferteco sei für das Segment Stahl im dritten Quartal unter dem Strich ein Gewinn von 333 Mill. ? angefallen.

Nachfrageschwäche in den USA

In der Autozuliefersparte bekam Thyssen-Krupp vor allem die Nachfrageschwäche aus den USA zu spüren. Der Markt für schwere Nutzfahrzeuge sei dort eingebrochen. Auch bei leichten Nutzfahrzeugen und Pkw hätten Produktionsrückgänge der "Big Three" (General Motors, Ford, DaimlerChrysler) Umsatzrückgänge bei Thyssen-Krupp zur Folge gehabt. Durch eine Marktbelebung in Brasilien sowie verschiedene Firmenkäufe sei die Entwicklung in den USA aber teilweise kompensiert worden, hieß es weiter. Die Sparte Aufzüge trotzte dem weltweiten Wirtschaftsabschwung mit Zuwächsen bei Umsatz und Auftragseingang sowie einem im dritten Quartal auf 66 (32) Mill. ? mehr als verdoppelten Gewinn.

Für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2000/01 erwartet ThyssenKrupp zwar einen Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres von gut 37 Mrd. ?. Das Ergebnis werde aber unter den Erwartungen liegen. Auch unter Einbeziehung von Sondereffekten, etwa von Verkaufserlösen, werde es nicht mehr gelingen, beim Ergebnis vor Steuern das Vorjahresniveau zu erreichen. Wegen steuerlicher Sondereffekte werde der Jahresüberschuss aber über den im Vorjahr ausgewiesenen 527 Mill. ? liegen.

Ungeachtet der gedämpften Gewinnerwartung bekräftigte Thyssen-Krupp die Absicht, eine "angemessene Dividende" zu bezahlen. Für 1999/2000 hatte der Konzern 0,75 ? je Aktie ausgeschüttet. In den neun Monaten zum 30. Juni betrug der Auftragseingang im Thyssen-Krupp-Konzern 28,6 Mrd. ? und lag damit um ein Prozent höher. Der Umsatz verbesserte sich um vier Prozent auf 28,4 Mrd. ?. Das Ergebnis vor Steuern und Anteilen Dritter stieg im Neun-Monats-Zeitraum um 57 Mill. ? auf 832 Mill. ?.

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