Flensburg
Verkehrssünderkartei: Punkte für unbeleuchtetes Schwein

Fast so alt wie die Bundesrepbublik ist die deutsche Verkehrssünderkartei. „Marienkäfer müssen mit ihren Punkten leben, Sie müssen es nicht!“, mahnt des Kraftfahrtbundesamt auf seiner Homepage die deutschen Autofahrer. Die Bilanz: rund neun Millionen Verkehrssünder-Einträge im Flensburger Zentralregister.

HB FLENSBURG. Im vergangenen Jahr feierte die Flensburger "Verkehrssünderkartei" einen runden Geburtstag, sie wurde 50 Jahre alt: Am 2. Januar 1958 wurden im Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die ersten Verkehrssünder eingetragen. Doch schon nach einem Jahr umfasste die Kartei bereits 810 000 Namen - bereits zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders wurde offenbar gerne gerast.

Bei heutigen rund 50 Millionen Führerscheininhabern ist der "Bestand" mittlerweile auf 8,4 Millionen Einträge im Verkehrszentralregister (VZR) - so der offizielle Name - gewachsen (Stand 1.1.2007). "Nicht nur die Motorisierung hat zugenommen", erklärt der KBA-Präsident Ekhard Zinke, "es sind auch viele neue Delikte dazu gekommen". Früher seien Alkoholverstöße nicht so hart bestraft worden, zudem habe es noch kein Handyverbot am Steuer gegeben. Die Quote von etwa 15 Prozent sei aber in all den Jahren etwa gleichgeblieben.

Dennoch ist und bleibt das zu schnelle Fahren bei Männern und Frauen mit Abstand das häufigste Delikt (je fast 60 Prozent). Bei Männern folgt das Fahren unter Alkoholeinfluss (15 Prozent), bei Frauen die Vorfahrtverletzung (17 Prozent). Rund 80 Prozent der Sünder sind Männer.

Drei Viertel der Erfassten haben nicht mehr als sieben Punkte auf dem Flensburger Konto. Fast fünf Prozent - etwa 400 000 Menschen - haben acht bis 13 Punkte auf dem "Kerbholz", rund ein Prozent hat 14 Punkte und mehr. Je nach Delikt dauert es zwischen zwei und zehn Jahren, bis die Punkte gelöscht werden - vorausgesetzt es kommen keine neuen hinzu.

Jeder fünfte ist ohne Punkt eingetragen

Knapp ein Fünftel der Eingetragenen hat keine Punkte, ist aber trotzdem aktenkundig. Darunter fallen auch Menschen ohne Führerschein, die als Autofahrer erwischt wurden oder sich als Radfahrer oder Fußgänger ein Verkehrsdelikt geleistet haben. "Es soll auch einmal ein Landwirt Punkte bekommen haben, weil er sein unbeleuchtetes Schwein nachts über die Straße geführt hat", erzählt Zinke, der selber keine Punkte in der Behörde hat. "Ich hatte aber mal einen - für zu schnelles Fahren." Der Eintrag habe sein Ziel erreicht und bei ihm zu einer bewussteren Fahrweise geführt.

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