Flexibilität durch Angestelltenverträge
Minister: Beamtenstatus nicht mehr für alle Professoren

Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) will Professoren in "marktnahen Studiengängen" nicht mehr verbeamten.

dpa LIST/SYLT. Für Spitzenkräfte in Fächern wie Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Jura und Architektur ließen sich mit Angestelltenverträgen viel bessere und flexiblere Arbeitsbedingungen schaffen als mit dem Beamtenstatus, sagte Frankenberg am Dienstagabend bei einer Hochschultagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in List/Sylt.

"Wer viel verdienen will, soll auch das Risiko von Jahresvertragen wagen", sagte Frankenberg. Für Top-Professoren seien die im neuen Dienstrecht der Bundesregierung vorgesehenen Leistungszulagen und Grundgehälter unter dem Gebot der Kostenneutralität viel zu gering. Der Minister: "Wie will man beispielweise einen solchen Professor mit einer Leistungszulage von 500 DM zu guter Lehre motivieren, wenn er in der Wirtschaft allein für einen einzigen Vortrag schon 6000 DM erhält."

Für Geisteswissenschaftler, etwa Alt-Philologen oder Historiker, stelle sich dagegen die Frage des Beamtenstatus nicht, sagte Frankenberg weiter. Sie sollten aber auch ein Wahlrecht zwischen Angestelltenvertrag und der Beschäftigung als Beamter erhalten.

Frankenberg verteidigte die bisher nur von Baden-Württemberg erhobenen Studiengebühren für Langzeit-Studenten. Über allgemeine Studiengebühren müsse man in Ruhe nachdenken. Für ihn denkbar seien dabei "nachlaufende Studiengebühren", die erst nach dem Studium erhoben werden oder "eine Art Akademikersteuer-Modell, wie es von den Grünen entwickelt worden ist."

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