Flexibilität ist gefragt
Tui krempelt die Arbeitsstruktur um

Europas größter Reiseveranstalter Tui Deutschland baut seine Arbeitsstruktur radikal um. Mit der in der Tourismusbranche neuen Leiharbeit und flexiblen Arbeitszeiten für die rund 2000 Beschäftigten will die Tui besser auf den veränderten Markt und Kundenwünsche reagieren können.

HB/dpa HANNOVER. Außerdem wird das Weihnachtsgeld der Beschäftigten an den Firmenerfolg gekoppelt und zwischen 60 und 140 Prozent des Monatsgehalts betragen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volker Böttcher am Mittwoch in Hannover.

Eine entsprechende Betriebsvereinbarung hätten Tui Deutschland GmbH und Betriebsrat abgeschlossen. "Wir können uns vorstellen, dass dieses Modell auch auf andere Konzernunternehmen übertragen wird", sagte Böttcher.

Die Tui Deutschland-Beschäftigten arbeiten vom 1. Januar 2003 an Montag bis Samstag flexibel zwischen 7 und 20 Uhr an der Werktagen jeweils mindestens sechs Stunden. Über die Gründung einer eigenen Zeitarbeitsfirma mit rund 100 Beschäftigten im ersten Jahr wird nach Angaben von Böttcher zwar erst in der kommenden Woche entschieden. Die Tendenz gehe jedoch in diese Richtung. Das neue System spare rund vier Millionen Euro jährlich. Es gehe aber nicht in erster Linie um "einen kurzfristigen Einspareffekt", sondern die "Grundvoraussetzung, um dauerhaft am Markt erfolgreich auftreten zu können", betonte Böttcher.

Bislang hatte die Deutschland-Tochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui (Hannover) Mitarbeiter für Produktion und Vertrieb der Kataloge selbst vorwiegend mit befristeten Verträgen eingestellt. Bereits im Februar hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat für die Mitarbeiter auf ein Sparpaket geeinigt. Im Gegenzug hatte die Tui eine Arbeitsplatz-Garantie bis Ende 2002 gegeben. Diese laufe aus, weil sie wegen der wahrscheinlichen Einrichtung der Zeitarbeitsfirma nicht mehr nötig sei. Mit den derzeit 90 befristet Beschäftigten werde über eine Übernahme in die Zeitarbeit gesprochen.

Der Umsatz der Tui Deutschland GmbH war im Jahr 2001/2002 (31. Oktober) im Zuge der allgemeinen Krise der Pauschalreisebranche um 8,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro eingebrochen. Laut Böttcher habe die "Frühbucheroffensive" für die Wintersaison "gute Erfolge" gehabt und sei für Sommer 2003 nochmals ausgebaut worden.

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