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Flexible Altersvorsorge - Fonds können große Renditen bringen

Nur wer heute auch privat vorsorgt, wird im Alter noch ausreichend abgesichert sein.

dpa-afx FRANKFURT. Nur wer heute auch privat vorsorgt, wird im Alter noch ausreichend abgesichert sein. Laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin setzen mehr als die Hälfte der Bundesbürger dazu immer noch auf klassische Anlageformen: Sparbuch, Festgeld und Lebensversicherung - und das, obwohl Investmentfonds höhere Renditemöglichkeiten bieten. Gute Aktienfonds etwa können eine Jahresrendite von acht bis zehn Prozent erwirtschaften, heißt es beim Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt.

Aktienfonds investieren das Vermögen der Anleger deutschland- oder weltweit in Aktien. Manche sind auf Titel einer Branche, eines Landes oder einer Wirtschaftsregion beschränkt. Wer dagegen in Rentenfonds investiert, kaufe die Schuldverschreibungen von Ländern oder Institutionen, erläutert Hendrik Leber, Geschäftsführer des Vermögensverwaltungsunternehmens Acatis in Frankfurt. Immobilienfonds investieren meist in gewerbliche Immobilien wie Büros oder Fabriken.

FÜR DIE Langfristige Geldanlage Sind Fonds Geeignet

Vor allem für die langfristige Geldanlage sind Fonds geeignet, zum Beispiel für die Altersvorsorge. Das Sparprinzip ist dem einer Lebensversicherung ähnlich: "Ich bestimme einen monatlichen Beitrag, zum Beispiel 50 Euro", sagt Andreas Fink vom BVI. Wer in den vergangenen 30 Jahren monatlich 50 Euro einzahlte, hat nach BVI-Angaben heute ein Vermögen von 62 600 Euro angespart - bei einer eingezahlten Summe von 18 000 Euro. "Dann kann ich als Rentner 20 Jahre lang monatlich etwa 410 Euro entnehmen", rechnet Fink vor.

Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge in Köln rät Sparern, nicht in einzelne Fonds zu investieren, sondern ein gemischtes Depot anzulegen. "Je älter ich werde, desto geringer sollte der schwankungsintensive Anteil sein", empfiehlt Katzenstein.

Deutliche Verluste Möglich

Wer auf Aktien zur Altersvorsorge setzt, müsse sich aber zweier Risiken bewusst sein, warnt Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart: "Einmal kann ich teuer kaufen wie im Fall der Telekom. Dann sind deutliche Verluste möglich." Zum anderen ist der "Faktor Mensch" nicht zu unterschätzen: "Es gibt Anleger, die können nach einer negativen Kursentwicklung nicht mehr schlafen und verkaufen dann vorzeitig." Beim Kauf von Fonds sei das Risiko zwar geringer, aber nicht verschwunden.

Tatsächlich haben sinkende Aktienkurse das Vertrauen vieler Anleger enttäuscht. Laut dem Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt lag der Anteil der Aktienfondsbesitzer im ersten Halbjahr 2004 bei 12,4 Prozent - zu den Hochzeiten 2001 waren es 15,2 Prozent. Auf Dauer bieten Aktienfonds aber die besten Renditemöglichkeiten aller Fonds, hat der Bundesverband deutscher Banken in Berlin errechnet.

Wer noch jung ist, sollte daher einen hohen Anteil an Aktienfonds im Depot halten, rät Katzenstein. Wer bald in Rente geht, sollte das Geld dann langsam in Renten- oder Immobilienfonds umschichten, die nicht so stark schwanken. "Eine Faustregel lautet: Der Aktienanteil im Depot sollte prozentual der Zahl 100 minus mein Lebensalter betragen", sagt Katzenstein. Für eine Umschichtung von Aktien- auf Rentenfonds etwa fällt meist keine oder nur eine geringe Gebühr an.

Positiv ist Katzenstein zufolge auch, dass Anleger sich nicht festlegen müssen, wann sie das Geld ausgezahlt bekommen möchten. Dennoch haben Fonds ihm zufolge vor allem Vorteile für "informierte, mündige Anleger", die sich mit dem Kapitalmarkt ein wenig auskennen./

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