Flexible Arbeitszeitmodelle statt "Hire-and-Fire"
Airbus: Gesamtbetriebsratschef befürchtet keine Entlassungen

Anders als beim schärfsten Konkurrenten Boeing drohen beim Flugzeughersteller Airbus keine Entlassungen. "Unsere Produktionsstrukturen sind flexibler", sagte Peter Zimmermann, Vorsitzender des europäischen Betriebsrates der Airbus - Muttergesellschaft EADS.

dpa BREMEN. Airbus profitiere von den Erfahrungen aus vergangenen Krisen. Zudem sei das Unternehmen nicht so stark vom US-amerikanischen Markt abhängig wie der amerikanische Konkurrent. In einem Zeitungsinterview hatte Rainer Hertrich, der Vorstandschef der Airbus-Dachgesellschaft EADS, bereits am Sonntag versichert, er plane keine Entlassungen.

"Zurzeit bauen wir Überstunden ab und verschieben Neueinstellungen", sagte Zimmermann. Wenn die Krise länger anhalte, sollten Geschäftsführung und Belegschaft wieder über flexible Arbeitszeitmodelle diskutieren. Es helfe nichts, jetzt Fachkräfte vor die Tür zu setzen. "Sonst fehlen uns qualifizierte Mitarbeiter, sobald sich die Situation entspannt." In Amerika machten die Konzerne Personalpolitik nach dem "Hire-and-Fire"-Prinzip, sagte Zimmermann. "Das rächt sich, wenn die Nachfrage wieder anzieht."

"Das Problem zurzeit ist extrem schwierig - aber temporär", sagte Zimmermann. Deshalb halte Airbus an der Planung für das Großraumflugzeug A380 fest. Davon profitieren insbesondere die norddeutschen Standorte mit ihren rund 17 000 Mitarbeitern. In Hamburg, Bremen, Stade, Nordenham und Varel beginnt 2003 die Produktion der ersten Einzelteile. Im kommenden Jahr will der Flugzeugbauer zwischen 330 und 350 Maschinen der Baureihen A300/310, A320 und A330/340 ausliefern.

Auf lange Sicht erwartet Zimmermann, dass EADS gestärkt aus der derzeitigen Krise hervorgehen kann. Die schwierige Situation zwinge Fluggesellschaften zum Kosten sparen. Das komme Airbus mit seiner modernen Modellpalette zu Gute. "Wir haben Boeing schon vor dem 11. September immer mehr Marktanteile abgenommen, weil unsere Flugzeuge effizienter sind", sagte der Betriebsratschef. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Grund dafür sind nach Ansicht von Zimmermann auch die immer strengeren Lärm- und Umweltschutzauflagen.

Der Gemeinschaftskonzern EADS beschäftigt rund 90 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen entstand als Zusammenschluss von Aerospatiale-Matra (Frankreich), CASA (Spanien) und Daimler-Chrysler Aerospace. Zimmermann ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender der EADS-Airbus und leitet seit November 2000 den neu geschaffenen europäischen Konzernbetriebsrat.

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