Flexiblere Arbeitszeiten geplant
Tui will Personalkosten senken

Europas größter Touristikkonzern Tui will nach Angaben aus Unternehmenskreisen in Deutschland wie sein Konkurrent Thomas Cook die Personalkosten weiter senken.

Reuters HANNOVER. In den Kreisen hieß es am Montag, die wichtigste Konzerntochter Tui Deutschland bereite Maßnahmen für flexiblere Arbeitszeiten vor. Erwogen werde auch der Einsatz von mehr Zeitarbeitskräften. In Kürze solle mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werden. Ein Abbau von Stellen sei nicht völlig auszuschließen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus den Kreisen. Es werde auch geprüft, einzelne Aufgabenbereiche auszugliedern. Ein Sprecher von Tui Deutschland wollte sich dazu nicht äußern. Im laufenden Jahr hatte Tui Deutschland durch einen Einkommensverzicht von 2000 Mitarbeitern zehn bis 15 Millionen Euro gespart. Diese Regelung läuft zum Jahresende aus.

Thomas Cook hatte am Wochenende den Abbau von rund 500 Stellen im kommenden Jahr vorwiegend in Deutschland angekündigt. Anders als bei Cook geht es bei Tui den Angaben zufolge jedoch nicht um Kürzungen bei Flug- und Hotelkapazitäten, sondern ausschließlich um eine effektivere Arbeitsorganisation. Cook will unter anderem sechs Flugzeuge stilllegen, Hotels aus dem Programm nehmen, zugleich aber auch die Arbeitsabläufe vor allem in Deutschland effektiver gestalten. Angesichts der Reiseflaute und eher sinkender Reisepreise steht beim börsennotierten Tui-Konzern die Kostensenkung auch 2003 im Vordergrund, um den Gewinn in der Touristiksparte zu verbessern.

Ein Sprecher des Tui-Konzerns wollte die Pläne bei der Deutschland-Tochter nicht bestätigen. "Klar ist, dass wir keine Kapazitätsprobleme haben. Unsere Kostensenkungsprogramme für dieses Jahr haben wir erfüllt. Das bestärkt uns sicher, diesen Weg weiterzugehen", sagte der Konzernsprecher.

Das Tui-Management hat den Angaben zufolge Gespräche mit Unternehmensberatern sowie mit der international tätigen Zeitarbeitsfirma Randstad geführt. Insbesondere für stark saisonabhängige Tätigkeiten wie die Produktion der Sommer- und Winterkataloge könne eine Ausgliederung oder der vermehrte Einsatz von Leiharbeitern möglicherweise die Kosten senken, hieß es. Bei der Katalogproduktion, bei der schon in geringem Umfang Leiharbeiter beschäftigt worden sind, war es zuletzt zu Engpässen gekommen. Aber auch das Management für die 1350 Tui (Tui-Reisebüros Leisure) strebt für deren Beschäftigten seit längerem flexiblere Verträge an.

Von den Gesprächen mit Betriebsräten und Gewerkschaften werde abhängen, ob möglicherweise auch Stellen abgebaut werden. Ziel sei es aber, Entlassungen zu vermeiden, hieß es. Angesichts der Buchungseinbrüche hatten Teile der Tui-Belegschaft in diesem Jahr in Deutschland erstmals Einkommenseinbußen zugestimmt und dafür eine Arbeitsplatz-Garantie erhalten. Eine im Januar geschlossene Sondervereinbarung sah für rund 2000 Tui-Beschäftigte eine Kürzung beim Weihnachtsgeld und den Verzicht auf die ab Mai zustehende Gehaltserhöhung von 2,4 Prozent vor. Damit sollten zwischen zehn und 15 Millionen Euro gespart werden. Für die jetzt auslaufende Betriebsvereinbarung wolle Tui Deutschland zur Sicherung des Ergebnisses im kommenden Jahr eine Anschlussregelung, hieß es.

Die Tui-Aktie gab am Montag in einem schwachen Markt bis zum Nachmittag geringfügig um 0,2 Prozent auf 18,60 Euro nach.

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