Fliegt zu Sicherheitsgesprächen nach Jerusalem zurück
Barak sagt wegen Unruhen Treffen mit Blair ab

Angesichts der blutigen Unruhen - am Monatg starben jeweils vier Israelis und Palästinenser - im Westjordanland hat der israelische Ministerpräsident Ehud Barak ein Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair abgesagt.

ap CHICAGO/JERUSALEM. Angesichts der jüngsten blutigen Unruhen im Westjordanland hat der israelische Ministerpräsident Ehud Barak ein für Dienstag geplantes Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair abgesagt. Barak flog stattdessen von Chicago aus direkt zu Beratungen über die Sicherheitslage nach Jerusalem zurück. Am Montag waren bei schweren Zusammenstößen jeweils vier Israelis und Palästinenser getötet worden. Israel riegelte daraufhin am späten Abend die palästinensischen Autonomiegebiete im Westjordanland ab.

"Wir versuchen, das Blutvergießen zu minimieren und eine Ausweitung der Konfrontation zu verhindern, aber wir werden zu antworten wissen", sagte Barak am Montag in Chicago. Er halte an der Absicht fest, in Verhandlungen eine Friedenslösung mit den Palästinensern herbeizuführen. Barak machte zudem deutlich, dass vor einem neuen Nahost-Gipfel mit US-Präsident Bill Clinton und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat eine "drastische Verringerung" der Gewalt stehen müsse. Der israelische Regierungschef war am Wochenende in Washington mit Clinton zusammengetroffen. Anschließend sprachen sich beide für eine Verhandlungslösung mit den Palästinensern aus. Am Dienstag wollte Barak ursprünglich auch bei Blair um Unterstützung werben.

Unterdessen forderte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) ihre Mitgliedsstaaten bei einem Gipfeltreffen im Golfemirat Katar auf, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen, machte dies aber nicht zur Pflicht. Iran, Syrien und Saudi-Arabien hatten für die härtere Gangart plädiert; andere Staaten wie Jordanien, Ägypten und die Türkei vertraten eine gemäßigtere Position. Den seit Ende September andauernden Unruhen in den palästinensischen Gebieten fielen bislang mehr als 200 Menschen zum Opfer, die meisten von ihnen Palästinenser.



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