Flights – die Miniportionen zum Probieren – beflügeln die deutsche Häppchen-Kultur
Petitessen auf der Zunge

Es muss ja nicht immer ein opulentes Mahl sein. Der polyglotte, gesundheitsbewusste und gleichzeitig neugierige Gast von heute will probieren und kosten.

Er isst statt einer großen sättigenden Portion lieber eine Vielzahl kleiner Häppchen: Sushi, Mezze, Antipasti, Finger-Food, Tapas &Co. Da kommen ihm jetzt die Flights aus Amerika gerade recht.

Als "Flight" - im kulinarischen Sinne - bezeichnete man ursprünglich einen Durchgang bei einer Weinprobe. Man bekommt kleine Probierportionen im Set. Mal sind es Weine derselben Rebsorte oder Machart, mal die eines bestimmten Jahrgangs oder derselben Herkunft. Und zwar zu einem Set-Preis, den man durchaus schon als Schnäppchenpreis bezeichnen kann.

So hat der neugierige Zecher die Chance, sich durch verschiedene Weine zu probieren, mal etwas Neues kennen zu lernen oder auch sein Weinwissen zu ergänzen. Viele Winebars in den Staaten bieten Flüge durch die Weinlandschaft an und schrauben so den Weinumsatz in die Höhe.

Längst hat sich die Idee in den USA schon zu einem formidablen Rundflugprogramm entwickelt, bei dem Diverses aus der gastronomischen Produktpalette als Flight aufgetischt wird. Auf Getränkekarten findet man Whisky-, Rum-, Sherry-, Portwein-, Tequila-, Champagner- und sogar Kaffee-Flights. Die Menükarten listen Flights aus Käse, Schinken, Pâtes, Austern, Finger-Food, Dips & Chips, Pasta, Seafood, Desserts und vielem mehr auf.

So existiert im Chicagoer "The Tasting Room" keine herkömmliche Speisekarte mehr, sondern "wine-friendly nibbles". Dem Gast werden dreiteilige Meeresfrüchte-, Wurst- oder Käseflights zu einer Reihe von Wine-Flights serviert.

In Deutschland ist der Flight nun auch gelandet. Die VOX-Bar des Grand Hyatt Hotels in Berlin kreiert Whisky-Flights. Man bietet im monatlichen Wechsel drei Flights verschiedener Kategorien mit je drei Whisk(e)ys unterschiedlicher Couleur. Die Preise liegen zwischen 12 und 14 Euro für drei 2cl-Portionen. Till Martin, stellvertretender Wirtschaftsdirektor: "Flights sind genau das Richtige für wissbegierige Leute."

Mit dem "Fancy of Flight" lockt die "Bar Alexander" in Düsseldorf. Hier kann man sich durch Cocktails, Shooter, Sekt, Wein und alle möglichen Spirituosen testen. "Flights kommen bei uns sensationell gut an", berichtet Barchef Gerhard Reimholz. Wundern tut?s ihn nicht. "Wir bieten unter anderem 85 Cocktails sowie 40 verschiedene Wodkas oder Whisk(e)ys an. Und über die Flights mit je vier Getränken in halben Portionen kann man sich in kürzester Zeit durch das ganze Angebot trinken und seine Favoriten herausfinden."

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