Florian Haffa
Interview: Anleger verunsichert

Reuters MÜNCHEN. Nach dem Kursrückgang der EM.TV-Aktien in den vergangenen Wochen rechnet der Finanzvorstand des Münchener Medienkonzerns, Florian Haffa, mit einer baldigen Erholung des Aktienkurses. Die Anleger seien vor allem durch die fehlende Zustimmung der Europäischen Union zum Erwerb des 50-prozentigen Anteils an der Formel Eins Holding SLEC verunsichert, sagte Haffa am Donnerstag in einem Interview.



Hoffen auf OK der EU-Kommission



Die EU-Kommission könne schon im September eine Entscheidung treffen. "Wir sind da sehr zuversichtlich", sagte er. Zusammen mit Informationen darüber, wie die jüngsten Zukäufe zu Umsatz und Ertrag beitragen, würde sich das positiv auf den Kurs der EM.TV-Aktien auswirken.



Am Donnerstag verbuchten die am Neuen Markt notierten Titel allerdings zunächst einen Kursrückgang von rund sechs Prozent auf 57,75 Euro, was Händler angesichts der "eigentlich doch guten" Halbjahreszahlen, die EM.TV am Donnerstag vorgelegt hatte, zunächst nicht erklären konnten.

Haffa unglücklich über Kurs

Im Februar hatten EM.TV noch ein Jahreshoch von 120 Euro erreicht, ihre Kursgewinne in den folgenen Monaten aber kontinuierlich wieder eingebüßt. "Wir sind damit sicher nicht glücklich", sagte Haffa. Die Geschäftsentwicklung rechtfertige die derzeitige Bewertung aber nicht.



Im ersten Halbjahr verzeichnete der auf Kinder- und Jugendserien spezielisierte Rechtehändler dank der erstmaligen Konsolidierung der jüngsten Zukäufe - der US-Trickfilmproduzent Jim Henson Company, 45 Prozent an der Tele München Gruppe und der SLEC-Anteil - kräftige Umsatz und Ergebnissteigerungen. Der Konzernumsatz legte um 195 Prozent auf 603,9 Millionen DM geklettert, wobei der bisherige EM.TV-Konzern mit 223 Millionen DM der größte Umsatzträger war. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um rund 40 Prozent auf 158,9 Millionen DM.

Aussicht auf höhere Umsätze

Es sei nicht ausgeschlossen, dass EM.TV seine Prognosen für das Gesamtjahr anheben werde, sagte Haffa. EM.TV verhandle derzeit über Fernseh-Vertriebsverträge in Höhe von rund 380 Millionen DM. Die Gespräche befänden sich im fortgeschrittenen Stadium. Allein die Realisierung dieser Verträge würde die Erfüllung der Umsatzziele für das Jahr 2000 garantieren. "Wir gehen deshalb fest davon aus, unsere Umsatzplanungen von 590 Millionen DM für den bisherigen EM.TV-Konzern mindestens zu erfüllen", sagte Haffa. Für den Gesamtkonzern inklusive Zukäufe hatte EM.TV für 200 ein Umsatz von 1,6 Milliarden DM und ein operatives Ergebnis von 600 Millionen DM prognostiziert.



Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) für die ersten sechs Monate sei der stärkste Beitrag von der Formel Eins gekommen (86,6 Millionen DM), gefolgt von dem bisherigen EM.TV-Konzern (59,1 Millionen DM) und Tele München (16,8 Millionen DM), erklärte EM.TV. Die durch die "Muppetshow" und die "Sesamstraße" bekannt gewordene Jim Henson habe einen operativen Verlust von 3,6 Millionen DM eingefahren. Im Gesamtjahr soll die US-Firma aber operativ Gewinne erzielen, sagte Haffa.



Zu einer möglichen Reduzierung des SLEC-Anteils von EM.TV auf rund ein Drittel und dem geplanten Börsengang der Formel Eins Holding wollte sich Haffa nicht äußern. Angesichts der EU-Prüfung über ein mögliches Vermarktungsmonopol im Rennsport sei das ein sehr sensibles Thema, fügte er hinzu. EM.TV hatte im März den Einstieg in die Formel Eins bekannt gegeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%