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Florian Mayer setzt Wimbledon-Festspiele fortDPA-Datum: 2004-06-28 17:39:19

London (dpa) - Florian Mayer hat seine «Bayreuther Festspiele» in Wimbledon fortgesetzt. Mit der Unbekümmertheit des Debütanten fertigte der 20-jährige Oberfranke auch den Schweden Joachim Johansson in 2:17 Stunden mit 6:3, 6:7 (5:7), 7:6 (7:5), 6:4 ab.

London (dpa) - Florian Mayer hat seine «Bayreuther Festspiele» in Wimbledon fortgesetzt. Mit der Unbekümmertheit des Debütanten fertigte der 20-jährige Oberfranke auch den Schweden Joachim Johansson in 2:17 Stunden mit 6:3, 6:7 (5:7), 7:6 (7:5), 6:4 ab.

Mayer darf nun sogar vom Halbfinale der 118. All England Championships träumen. Denn auch der Gegner in der Runde der besten Acht, der Franzose Sebastien Grosjean, dürfte für den schlagfertigen, mutigen und vor Selbstvertrauen strotzenden Tennisprofi aus Bayreuth keine unüberwindbare Hürde sein.

«Er hat keine Angst zu gewinnen», erklärte Boris Becker das einfache Geheimnis des wundersam anmutenden Siegeszuges auf dem «Heiligen Rasen». Und Mayer lässt sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. So kostete ihn ein dummer Fehler im Tiebreak des zweiten Satzes zwar den 2:0-Vorsprung, aber er verlor nicht die Contenance.

Als sei es das Selbstverständlichste von der Welt begann der Youngster bei Null und leistete sich insgesamt nur zehn der so genannten einfachen Fehler. Auf der anderen Seite bot er dem Aufschlag-Experten aus der Tennis-Hochburg Södertälje Paroli, der in den ersten drei Partien in Wimbledon allein 101 Asse serviert hatte. Beide kamen auf 24 Asse. In dem verträumten Vorort der schwedischen Hauptstadt Stockholm haben schon Stefan Edberg und Björn Borg ihre große Karriere gestartet.

Abgeklärt präsentierte sich Mayer im zweiten Tiebreak und machte nicht wieder den gleichen Fehler. Diesmal ging er auf Nummer sicher, brachte sein zweites Mini-Break durch und holte den Satz mit einem Ass. Im vierten Durchgang nahm er Johansson zum 3:2 dessen Aufschlag ab, gewann das Match und verdarb dem Schweden damit seinen 22. Geburtstag, den er in drei Tagen in Wimbledon feiern wollte. Mayer aber schaffte das Kunststück, bei seinen ersten All England Championships ins Viertelfinale zu stürmen, was zuletzt Nicolas Kiefer 1997 gelungen war.

Bei allem Jubel gab es für Florian Mayer aber doch eine Enttäuschung. Während er in Wimbledon ins Viertelfinale stürmte, ließ ihn das NOK bei der Nominierung für die Spiele vom 13. bis 29. August in Athen durchs Olympia-Rost fallen. Ob für den Senkrechtstarter, der die internationalen Kriterien erfüllt, eine Ausnahme gemacht wird, entscheidet das NOK am 19. Juli.

Boris Becker hat unterdessen das Auftreten einiger Tennisprofis in Wimbledon «als verpasste Chance» kritisiert und den deutschen Nachwuchsspielern kein gutes Zeugnis ausgestellt. «Viele Jugendliche wollen sich auf dem Rücken des Deutschen Tennis Bundes ausruhen. Sie wollen die Hälfte des Coaches bezahlt und wie in Hamburg eine Wildcard haben», sagte der dreimalige Champion. Florian Mayer meinte er damit nicht. «Er kann noch viel erreichen.»

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