Flotten für verschiedene Einsatzzwecke sind Trumpf
Schiffsfonds: Die Streuung des Risikos sichert Rendite

So flott gingen Schiffs-Flotten selten weg. Die Anbieter von Schiffsbeteiligungen werden in diesem Jahr schätzungsweise Eigenkapital in Rekordhöhe von etwa 1,8 Mrd. Euro bei deutschen Anlegern platzieren, 400 Mill. Euro mehr als im Jahr zuvor.

DÜSSELDORF. Zusammen mit dem Fremdkapital, das die Fonds aufnehmen, reicht das, um Schiffe im Wert von mehr als 4 Mrd. Euro zu kaufen. Schifffahrtsexperte Jürgen Dobert sieht die Schiffsfondsbranche "im Fieber".

Die Erreger für das Fieber sind schnell gefunden. Die Charterraten für Containerschiffe haben in etwa die Höchststände der Jahre 1996 und 1997 erreicht. Dass der Containerschiffsmarkt wächst, scheint für manche Anbieter Gesetz zu sein. Immerhin können sie auf Studien verweisen, wonach der Welthandel in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich um sechs bis 7 Prozent gestiegen ist. Das Beratungsunternehmen Ocean Shipping Consultants wird mit einem Ausblick zitiert, wonach der Containerumschlag von 2001 bis 2015 wenigstens um 116 Prozent, bestenfalls sogar um 155 Prozent zunehmen wird. Und es ist ganz offensichtlich, dass ein Land den Welthandel ganz besonders antreibt: China. Denn das prosperierende Reich der Mitte wickelt seine Im- und Exporte überwiegend auf dem Seeweg ab. Dass der Containerumschlag steigt, liegt nicht nur am wachsenden Güteraustausch, sondern auch daran, dass diese Güter zunehmend in Containern verschifft werden.

Angesichts der auf den ersten Blick glänzenden Aussichten, stellte Dobert kürzlich auf dem Hansa-Forum der Schiffsfinanzierer fest: "Die Anleger glauben fest daran, dass Schiffsfonds 8 bis 10 Prozent auszahlen können." Dobert selbst hat daran jedoch nach einer Untersuchung der Fonds-Ergebnisse vergangener Tage Zweifel. Er wertete 816 Fonds aus und stellte fest: Nur 313 (38 Prozent) zahlten das aus, was sie an Anfang versprachen - oder sogar mehr. Von den mehr als 500 Schiffen, die dies nicht schafften, blieb die Hälfte deutlich unter Plan. Noch schlimmer: Ein Viertel aller untersuchten Schiffe erwirtschaftete weder die Auszahlung in prognostizierter Höhe noch die Tilgung. Nun mögen sich Anleger, die vor Jahren mit der Beteiligung Verlustzuweisungen von 200 Prozent und mehr erhielten, an fehlenden Ausschüttungen weniger stören. Ihr Kapitaleinsatz war ja praktisch Null. Doch heute kommt die Rendite nicht mehr vom Finanzamt. Sie muss vom Schiff kommen.

Seite 1:

Schiffsfonds: Die Streuung des Risikos sichert Rendite

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%