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Flottenmanagement im Online-Dschungel

Schneller, effizienter, kostengünstiger: Durch den Einsatz von Online-Lösungen können Unternehmen ihre Prozesskosten im Fuhrpark um bis zu 50 Prozent reduzieren.

MEERBUSCH. Das ist das Ergebnis einer vor kurzem veröffentlichten Studie der A.T. Kearny Das Internet, so prognostizieren die Autoren, wird sich deshalb im Markt immer stärker durchsetzen und als gleichberechtigter Vertriebskanal der Leasinggesellschaften etablieren.

Schon heute - das zeigt eine aktuelle Fuhrparkstudie der KPMG - haben die meisten Unternehmen der Branche die zunehmende Bedeutung des Internets für das Leasinggeschäft erkannt und investieren in den Ausbau ihrer Website. Wie bereits im Vorjahr hat die Unternehmensberatung die Internetauftritte von Leasinggesellschaften analysiert und bewertet. Ergebnis: Seit der Vorläufer-Studie vom September 2000 haben fast alle Anbieter ihre Score-Werte deutlich verbessern können. So auch die Autop Deutschland GmbH, die mit ihrer Lösung Autopnet wie bereits im Vorjahr die Rangliste der herstellerunabhängigen Anbieter als Punktesieger anführt.

Potenziale längst nicht ausgeschöpft

Dennoch - beide Studien resümieren einhellig: Immer noch sind die Potenziale des Internet längst nicht ausgeschöpft. Kaum ein Leasing-Anbieter ist in seiner Strategieentwicklung der Frage nach dem "Where-to-compete" innerhalb der Branche nachgegangen. Und das, obwohl bereits seit Monaten integrierte Internet-Lösungen mit einer durchgängigen Prozessabwicklung als einzig zukunftsweisend feststeht. Sollte dem deutschen Flottenmarkt diese Diskrepanz nicht zu denken geben? Haben die hochkomplexen Lösungen der EDV-Spezialisten etwa die Haftung am Boden der Kundenbedürfnisse verloren? Oder verharrt die vielbeschworene Internet-Community der Fuhrparkbetreiber hartnäckig im Winterschlaf der klassischen Abwicklung?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Entwicklungen, die ursprünglich dem Konsumgütermarkt zweifellos Aufschwung geboten haben, nicht auf den B2B Flottenmarkt übertragbar sind. Während ein Buch oder eine CD inzwischen von den Kosumenten fraglos per Mouseclick erworben wird, sind bei gewerblichen Investitionen von einem Volumen von mehreren Millionen ?uro die Barrieren vor dem E-Business unübersehbar.

Keine Vergleichbarkeit der Angebote

Hier steckt noch viel Potenzial in der Vertriebsstrategie für webbasierte Leasingsysteme. So transparent wie die Technologie verspricht zu sein, so klar und überzeugend muss auch die Argumentation für die Lösung sein. Mit dem Stichwort "E-" oder "Online-" profilieren sich heute bereits viele Anbieter. Doch selten wird klar, ob es sich lediglich um eine Insellösung, zum Beispiel für die Kalkulation oder das Reporting handelt, ob das Angebot eine individualisierte Intranetlösung beinhaltet oder eine standardisierte Plug&Play-Lösung eines Softwareanbieters.

High-End-Lösungen, die den gesamten Prozess von der Fahrzeugkonfiguration bis hin zur Verwertung einschließlich Reporting und zusätzlicher Serviceleistungen rund um das Mobilitätsmanagement abbilden, haben im Dschungel der "E-Angebote" um ihr besonderes Profil zu kämpfen. Standard- oder High-End-Lösung?

Online ist nicht gleich Online. Im Tagesgeschäft spielt die Durchgängigkeit eines Systems die entscheidende Rolle, wenn es um die Optimierung der Prozesskosten geht. Denn was nützt eine Insellösung oder eine eigenentwickelte Inhouse-Software, wenn andere am Prozess beteiligte Partner nicht mit eingebunden sind? Es sind letztlich die klassischen Schnittstellen, an denen Fuhrparkmanager, Firmenfahrzeugnutzer oder Autohändler doch wieder zum Telefonhörer oder zum Fax greifen müssen, die bares Geld kosten. Nach Aussagen von Fuhrparkbetreibern, die mit der komplett integrierten webbasierten Lösung Autopnet arbeiten, kann eine Zeitersparnis pro Bestellvorgang von bis zu 90 Prozent erreicht werden.

Doch es ist längst nicht nur die Zeit- und Kostenoptimierung, die in der Nutzung von Firmware, d.h. beispielweise von ASP-Lösungen der Leasinggesellschaften für das professionelle Fuhrparkleasing und-management, liegen. Die immensen Investitionen in Know-How, Manpower und Equipment für ein tragfähiges EDV-Tool trägt der Anbieter als Beitrag zur Kundenintegration. Ein Weg, der für Fuhrparkbetreiber deutlich attraktiver und wirtschaftlicher ist als etwa eine starre Inhouse-Software, in deren meist begrenzte Weiterentwicklung enorme Summen aufzuwenden sind.

Mehr Zeit für Kundenservice

Doch Zeit- und Kostenersparnis sind längst nicht die einzigen Kriterien, nach denen Fuhrparkbetreiber eine Entscheidung für eine mehr oder weniger technisch hochwertige EDV-Lösung treffen. Nicht zu unterschätzender Faktor ist die Servicebereitschaft und die Qualität der Kundenbetreuung des Anbieters. Der Anbieter, der sich mit seinem Leasingsystem auf höchstem technischen Niveau bewegt, hat gleichzeitig der Verpflichtung eines fehlerfreien Service rund um die Uhr nachzukommen.

Und hierbei geht es eben nicht mehr nur um die Beantwortung von Fragen nach verschiedenen Ausstattungsvarianten eines Fahrzeugs oder nach Rabatten für etwa ein Sondermodell. Kundenberatung hat jetzt, da die Standardfragen vom EDV-System beantwortet werden, auf höherem Niveau stattzufinden. Zum Beispiel die strategische Planung der Car Policy, die Möglichkeiten der Kostenoptimierung durch die Veränderung bestimmter Parameter im Fuhrparkmanagement usw. - das sind komplexe Fragestellungen, in denen die Beratungskompetenz einer Leasinggesellschaft auf dem Prüfstand steht.

Beratung auf hohem Niveau

Denn: Bits und Bytes gewährleisten keine individuelle Beratung. Vor dem Bildschirm sitzen Menschen mit Bedürfnissen, die nur im Gespräch zufriedengestellt werden können. Die so wichtigen Botschaften zur Kundenbindung zwischen den Zeilen erreichen ihren Adressaten letztlich auch nur im persönlichen Kontakt. Und das einmal mehr bei einem so komplexen Thema wie dem strategisch anspruchsvollen Fuhrparkmanagement. Die Digitalisierung des Beratungsprozesses leistet hier lediglich die Beschleunigung der Kontaktaufnahme.

Im Idealfall erreicht ein Leasinganbieter mit einer durchgängigen webbasiertern Plattform für die Abwicklung des Tagesgeschäfts zum einen eine erhebliche Prozesskostenoptimerung auf Betreiber- und auf Anbieterseite und zum andern die Zeit und Kapazität für die fundierte face-to-face Kundenberatung.

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Sabine Heusinger, Manager Externe Kommunikation, Autop Deutschland GmbH & Co. KG, Meerbusch

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