Flug-Passagiere in Paris sehen keinen Grund zu Panik
Reaktionen: Kein Grund zur Panik

Obwohl kurz zuvor offenbar ein Anschlag an Bord des Fluges Paris-Miami vereitelt wurde - die Passagiere von American Airlines, die am Sonntag von Paris in die USA starten, scheinen nicht besorgt.

afp PARIS. "Man darf nicht dem Verfolgungswahn verfallen", sagt der 42-jährige Philippe Benoit, der zusammen mit seiner Frau und vier Kindern auf den Flug nach New York wartet. "Und sei es nur wegen der Kinder." Zwar sei dieser neue Vorfall beunruhigend, "aber ich bin trotzdem gelassen."

Ähnlich sehen das die meisten Passagiere, die am Sonntag vom Flughafen Charles de Gaulle in die USA fliegen. Dabei hatte dort am Vortag ein Mann in seinen Schuhabsätzen Sprengstoff an Bord des American-Airlines-Fluges 63 Paris-Miami geschmuggelt. Die Sicherheitsleute hatten nichts bemerkt, weil ihre Röntgenschranken nur Metallgegenstände oder die Umrisse verdächtiger Gegenstände registrieren können. Am Eincheck-Schalter schöpfte auch niemand Verdacht, obwohl der Mann für den Langstreckenflug kein Gepäck dabei hatte. Und die auf Sprengstoff abgerichteten Spürhunde werden zumeist nur bei den großen Gepäckstücken eingesetzt.

Sechs American-Airlines-Flüge starten täglich von Charles de Gaulle Richtung USA, am Terminal zwei herrscht dichtes Gedränge. "Schauen Sie sich doch all die Leute an, wie wollen Sie da die verdächtigen Passagiere entdecken?", fragt sich Yohane Grennhalgh, eine 28-jährige Tänzerin aus Großbritannien. Grennhalgh fliegt nach Dallas, um dort Weihnachten und Neujahr zu verbringen. Wenn sie an diesem Tag sterben müsse, dann habe sie keine Angst, das sei dann eben ihr Schicksal. "Ich habe keine Wahl, denn wegen meines Berufs muss ich viel reisen", sagt die 28-Jährige. "Besser, man denkt gar nicht daran, sonst macht man am Ende gar nichts mehr."

"Ich tue lieber so, als wäre nichts gewesen"

Der 36-jährige Kanadier Jannot Pinchaud sieht ebenfalls keinen Grund zur Aufregung. "Die Terroristen werden immer eine Lücke in den Sicherheitssystemen finden. Aber deswegen werde ich nicht in eine Psychose verfallen. Ich tue lieber so, als wäre nichts gewesen. "

Dank des beherzten Eingreifens einer Stewardess und einiger Passagiere konnte der mutamßliche Attentäter an Bord des Fluges 63 nach Miami schließlich überwältigt werden; die Maschine wurde von Jagdflugzeugen zur Notlandung nach Boston eskortiert. Die französische Grenzpolizei leitete eine Untersuchung zum Sicherheitspersonal an, das für den Flug Paris-Miami zuständig war.

Seit den Anschlägen in den USA vom 11. September ist am Flughafen Charles de Gaulle der Anti-Terrorplan Vigipirate in Kraft; mehrere hundert Beamte und Soldaten patrouillieren seitdem dort schwer bewaffnet, die Kontrollen wurden verschärft. "Das ist ein bisher beispielloser Sicherheitsaufwand", sagt der Polizeikommissar Patrick Rouby. Weitere Maßnahmen würden vorerst nicht erwogen. Allerdings müsse künftig noch stärker auf die Schuhe der Passagiere geachtet werden.

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