Flugabwehrrakete explodierte auf Sprengplatz
Zwei Bundeswehr-Soldaten bei Unfall in Kabul getötet

Bei dem bisher schwersten Unglück im Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sind zwei deutsche und drei dänische Soldaten ums Leben gekommen. Beim Versuch, zwei alte russische Flugabwehrraketen des Typs SA 3 zu entschärfen, kam es zu einer vorzeitigen Explosion, bei der die Soldaten getötet wurden.

dpa KABUL/BERLIN. Acht weitere Soldaten aus Deutschland und Dänemark wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Unter den Schwerverletzten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwei deutsche, unter den übrigen drei deutsche Soldaten.

Bundespräsident Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sowie die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP und Grünen sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) brach sofort seinen Besuch des Marineverbandes in Dschibuti ab und reiste nach Berlin zurück. Er will an diesem Donnerstag in einer Pressekonferenz über weitere Einzelheiten informieren.

Schröder erklärte, da es sich um einen tragischen Unfall handele und nicht um einen Kampfeinsatz, werde die Beteiligung an der Anti- Terror-Mission in Afghanistan nicht in Frage gestellt. Auch Generalinspekteur Harald Kujat sagte, der Unfall werde keine Konsequenzen für den Einsatz, wohl aber Auswirkungen auf die Motivation der Kameraden haben. Er erwarte aber, dass die Soldaten damit fertig werden.

Auch der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen äußerte "Bestürzung und Trauer" über den Tod der Soldaten. Am dänischen Beitrag zur Wiederherstellung von Frieden und Ordnung in Afghanistan und an der Bekämpfung des internationalen Terrorismus werde das Unglück nichts ändern. Dänemark stellt 48 Spezialisten für die unter deutscher Führung in Afghanistan eingesetzten Einheiten der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF), die insgesamt von Großbritannien geführt wird. Unter deutscher Führung sind laut Berliner Verteidigungsministerium derzeit 1277 Soldaten im Einsatz, darunter neben den Dänen 842 Deutsche, 217 Niederländer und 54 Österreicher.

Der Kommandeur des deutsch-geführten Kontingents, Carl-Hubertus von Butler, sagte in Kabul: "Es ist nicht leicht, unsere Mission fortzusetzen, aber wir werden sie fortsetzen, so gut wir können." Er sprach den Angehörigen der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus, auch im Namen des gesamten Kontingents. Die Deutschen und Dänen seien vorbildlich für ihre Einsätze ausgebildet gewesen.

Aus Deutschland wurde ein zu einem fliegenden Lazarett ausgebauter Airbus A 310 angefordert, um die Verletzten zurückzutransportieren. Zwei Soldaten wurden in ein französisches Lazarett gebracht, die anderen Opfer in das deutsche Lazarett. Tragödie.

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