Fluggesellschaft kämpft gegen Insolvenz
United Airlines verhandelt Sparprogramm

Die United Airlines will mit einem rigorosen Sparprogramm ihre derzeitige Lage verbessern und damit der Insolvenz entgehen. Jährlich sollen 2,5 Mrd. Dollar eingespart werden, teilte die Tochter der UAL Corp, Elk Grove Township, am Donnerstag mit.

vwd CHICAGO. Der größte Teil der Einsparungen soll von den Mitarbeitern aufgebracht werden. Hier sollen in den kommenden sechs Jahren insgesamt 9 Mrd. Dollar eingespart werden. Die Pilotengewerkschaft hat die Vorschläge der Unternehmensleitung bereits zurück gewiesen. Das Angebot sei "inakzeptabel" und "unrealistsch", sagte ein Sprecher. Zudem sollen verschiedene Rabatte und Preise angepasst werden.

United Airlines, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt, hatte in den vergangenen Wochen mitgeteilt, dass die Insolvenz drohe, wenn es nicht gelänge, die Kosten deutlich zu senken und das Unternehmen aus den roten Zahlen zu führen. Die United-Mutter UAL hatte für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 341 Mill. Dollar ausgewiesen und damals gesagt, sie erwarte auch für das Gesamtjahr ein "deutliches Defizit".

Um das Gesamtziel von Einsparungen von 15 Mrd. Dollar in den kommenden sechs Jahren zu erreichen, verlangt die Fluglinie zunächst von ihren Mitarbeitern Zugeständnisse. So sollen zum einen die Gehälter um rund zehn Prozent gekürzt werden, hieß es von verschiedenen Gewerkschaften. Zudem sollen die Zuschüsse für die medizinische und zahnmedizinische Vorsorge verringert werden. Vor allem die mächtige Pilotengewerkschaft zeigte sich erzürnt.

Upgrading-Regelung soll verschärft werden

"Wir fühlen uns, als hätte man uns eine Ohrfeige gegeben," sagte deren Sprecher Herb Hunter. Die Gewerkschaft wollte zu den Details des United-Vorschlages keine Angaben machen, die Vorstellungen der Airline gingen nun jedoch deutlich weiter als diejenigen Vereinbarungen, auf die man sich im Sommer bereits vorläufig geeinigt habe.

Neben den Einsparmaßnahmen bei Mitarbeitern will United Airlines auch bei den Kunden Kosten sparen. So sollen die Regeln für einzelne Ticketkategorien strenger eingehalten werden. So sollen Discount-Tickets und deren Mindest- und Maximalaufenthaltsdauer eingehalten werden. Auch die Upgrading-Regelungen sollen verschärft werden, hieß es weiter. Zudem sollen keine weitergehenden Vergünstigungen für einzelne Unternehmen gewährt werden. Für die Ausstellung von Papier-Tickets sollen zukünftig 20 Dollar erhoben werden, wenn auch elektronische Tickets erhältlich wären. Zudem kostet von Sonntag an jedes in einem Reisebüro ausgestellte Ticket 20 Dollar.

Die Aktien von UAL hatten am Donnerstag rund 7 % auf 3,05 Dollar verloren. In der vergangenen Woche hatte die US-Billigfluggesellschaft Southwest Airlines Co ihre Flugpreise um bis zu 25 % gesenkt. Southwest stiegen am Donnerstag rund 1,12 % auf 14,50 Dollar. Vor Veröffentlichung ihrer Preissenkungen hatte der Kurs Anfang August unter 12 Dollar gelegen.

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