Flughafen nach 20 Stunden wieder eröffnet
Hoffnungszeichen am tobenden Ätna

Am tobenden Ätna auf Sizilien gab es am Dienstag ein erstes Hoffnungszeichen. Durch neue Lavaspalten über einem unbewohnten Tal könne der Druck auf zwei andere gefährlichere Feuerströme nachlassen, sagte Zivilschutzchef Franco Barberi. Der internationale Flughafen von Catania am Fuße des Berges wurde nach 20 Stunden wieder geöffnet. Auf die Rollbahnen war ein dichter Ascheregen niedergegangen.

dpa CATANIA. Der Bürgermeister des meistbedrohten Ortes Nicolosi, Salvatore Moschetto, äußerte sich am Dienstag «vorsichtig optimistisch». Noch könne aber keine Entwarnung für die 5000-Seelen-Gemeinde gegeben werden. In der Region gilt der Notstand. Experten wissen: "Der Vulkan ist unberechenbar."

Nach jüngsten Angaben fließen aus zwei neuen Lavaspalten am Südosthang Feuerfluten auf das unbewohnte Bove-Tal zu. Fachleute hoffen, dass dadurch der Druck im Innern des Vulkans abnimmt und andere Ströme an Kraft verlieren. Nur vier Kilometer vor Nicolosi sei eine Feuerzunge «fast zum Stillstand gekommen», sagte Barberi.

Inzwischen geht allerdings im Nachbarort Belpasso die Angst um. Jüngste Computer-Simulationen ergaben, dass die Lava zwischen Nicolosi und Belpasso hindurchfließen könnte. Eine Zunge der Feuerflut hat bereits die Umgebung von Belpasso erreicht. "In Nicolosi weinen sie", sagt ein Mann, dessen Haus von der Lava niedergewalzt wurde, "und von Belpasso redet überhaupt niemand."

Auch weiter oben an den Seilbahnen, Souvenirläden und Restaurants bewegt sich die Lavafront jüngsten Angaben zufolge langsamer fort. Allerdings sind Liftanlagen, Teile einer Provinzstraße und Stromleitungen bereits schwer beschädigt worden. Helfer montierten in aller Eile die Seilbahnkabinen ab. Die Stahlkabel sind wegen der Bodenverformungen zum Zerreißen gespannt. Retter verstärken weiter die Schutzdämme.

"Wir werden zwei Jahre lang Probleme haben", sagte ein Sprecher der Skilift-Betreibergesellschaft. Der Boden sei stark aufgeheizt. An den Pisten des Ätna herrschte noch im vergangenen Winter reger Betrieb. Viele Menschen am Ätna leben vom Tourismus.

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