Flughafen und Kläranlage privatisiert
In der Krisenregion Maribor weht ein frischer Wind

"In unserer viel gescholten Krisenregion ist einiges in Bewegung geraten", stellt Silvo Ambroz heraus, der sich - als ehemaliger Pilot - an die Revitalisierung des privatisierten und zuvor herunter gewirtschafteten Flughafens im slowenischen Maribor gemacht hat, dem "Aerodrom Maribor". In der Nähe zur österreichischen Steiermark und damit zum expandierenden Flughafen Graz gelegen, ist das keine einfache Aufgabe.

LJUBLJANA. Noch in den 80er Jahren war der Flughafen Maribor weit größer als der Konkurrent in Österreich, um dann nach der Unabhängigkeit Sloweniens - wie der ehemalige Schwerindustriestandort Maribor mit dem großen Nutz- und Militärfahrzeughersteller TAM - in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

"Anfang 2004 werden die ersten Liniengesellschaften Maribor anfliegen", erwartet Ambroz als neuer Direktor der bislang noch sehr kleinen Luftfahrtdrehscheibe. "Unser Vorteil ist, dass wir ideal am Kreuzungspunkt der europäischen Verkehrskorridore V und X liegen". Neu entstehen soll bis 2010 für 100 Mill. Euro ein Logistikzentrum für den Warenumschlag mit Bahn, Lkw und Flugzeugen. Dann wird der Flughafen samt Bahnanschluss Teil einer Sonderwirtschaftszone, zu der sich die bestehende Zollfreizone weiterentwickeln soll, um den EU-Anforderungen zu genügen.

Von der Stadt abgekauft hat den Flughafen das mittelständische Unternehmen Prevent, drittgrößter Exporteur Sloweniens, der zugleich einer der größten Hersteller von Autositzbezügen Europas ist (Marktanteil über 15 %). Er beliefert u.a. VW und ist an einem Wolfsburger Joint-Venture in Sarajewo beteiligt. Der Kaufpreis von gut 1 Mill. Euro für den Flughafen sei "günstig, aber reell" gewesen, sagt Ambroz. Start- und Landebahnen sowie Tower wurden nicht privatisiert, so dass hierfür Leasingverträge abgeschlossen müssen, was sich schwieriger als erwartet gestaltet.

Neben den ersten Linienflügen soll 2004 auch eine Expansion im Charterverkehr einen Entwicklungsschub bringen und ebenso der Cargosektor. Zudem bleibt Maribor ein Trainingszentrum für Piloten, das u.a. von Austrian Airlines und Swiss genutzt wird. Sloweniens einzige Fluggesellschaft, Adria Airways, zeigt sich hingegen äußerst zugeknöpft und ist fest in den Händen der alteingesessenen Lobby in Ljubljana.

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