Flughöhen werden mehrfach belegt
Kollision gibt Flugsicherung Rätsel auf

Die Flugzeugkollision über dem Bodensee ist für die Deutsche Flugsicherung (DFS) rätselhaft. Die Maschinen seien bei normalem Verkehrsaufkommen zusammengestoßen, sagte der Leiter des DFS-Geschäftsbereichs Kontrollzentralen, Andreas Angenendt, am Dienstag dpa in Langen bei Frankfurt.

dpa LANGEN. "Das ist der Albtraum der Flugsicherung." Er betonte jedoch, dass die Flugzeuge zum Zeitpunkt der Kollision unter der Kontrolle der Schweizer Flugsicherung "skyguide" waren.

Die Routen der beiden Flugzeuge mussten sich irgendwann kreuzen. Die russische Tupolew war auf dem Weg von Moskau nach Barcelona, die Frachtmaschine der DHL flog von Italien in Richtung Brüssel. Während das Passagierflugzeug aus Richtung Kempten über den Bodensee flog, kam die DHL-Boeing 757 aus Bergamo. "Normalerweise sagt man dem Piloten dann, er soll tausend Fuß nach oben oder nach unten gehen", sagte Angenendt. Warum das in diesem Fall nicht klappte, sei unklar. "Wir stehen vor einem Rätsel."

Nach Angaben der DSF übergab die Kontrollzentrale München die russische Tupolew am Montag um 23.30 Uhr an die Schweizer Flugsicherung "skyguide" in Zürich. Dabei habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Die Frachtmaschine der DHL habe sich ebenfalls unter Kontrolle der Schweizer befunden, bevor die Flugzeuge um 23.35 Uhr westlich von Friedrichshafen kollidierten. "Das ist unter der Kontrolle der Schweizer Kollegen passiert", betonte Angenendt. Nach seiner Kenntnis ist eine Kollision dieser Art im deutschen Luftraum noch nicht vorgekommen. Mitte der 70er Jahre habe es einmal einen ähnlichen Vorfall über dem ehemaligen Jugoslawien gegeben.

Wegen der großen Verkehrsdichte in der Luft werden die Flughöhen nach Angaben der DFS mehrfach belegt. Die Flugzeuge könnten im Abstand von mehreren Kilometern hintereinander herfliegen. Wenn sich der Verkehr kreuzt, müssten die Flughöhen verschoben werden. "Entweder hält man die Flugzeuge vertikal oder horizontal auseinander", sagte Angenendt.

Die Untersuchungskommission wird sich nach Angaben von Angenendt den Funkverkehr zwischen Flugsicherung und den Flugzeugen noch einmal anhören, die Radarbilder und die Flugschreiber auswerten. Bis zur Vorlage des Abschlussberichts könnten zwei bis sechs Monate vergehen. Angenendt rechnet aber damit, dass die Schweizer Behörden noch im Laufe des Tages ihre Erkenntnisse vorlegen.

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