Fluglinie kann alleine nicht überleben
Eurowings sieht sich durch Kartellamtsbeschluss bedroht

Durch eine Entscheidung des Bundeskartellamts sieht der Vorstandsvorsitzende der Dortmunder Fluglinie Eurowings, Friedrich-Wilhelm Weitholz, die Existenz seines Unternehmens bedroht.

dpa/afx MÜNCHEN. Die Wettbewerbswächter hatten vergangene Woche einen Beschluss veröffentlicht, der der Lufthansa untersagt, 49 % der Gesellschafteranteile an der Eurowings zu kaufen. Zur Begründung hieß es, der Monopolist würde damit seine marktbeherrschende Stellung in Deutschland ausbauen.

"Allein können wir nicht überleben", sagte Weitholz im "Focus". Sollte das Kartellamt auf dem Verbot bestehen, müsste Eurowings seine Flotte um die Hälfte reduzieren und etwa tausend Arbeitsplätze abbauen. "Oder wir verkaufen an Ausländer", kündigte der Vorstandschef an.

Interessenten gebe es bereits. Eine ausländische Fluglinie würde den Regionalflieger nur nutzen, um deutsche Passagiere zu ihren Drehkreuzen zu fliegen. Die Vernetzung zwischen deutschen Städten ginge nach Weitholz Ansicht verloren. Die Frist für eine Stellungnahme hat das Kartellamt bis 30. Juni verlängert.

Die Eurowings Luftverkehrs AG ist 1993 aus der Fusion der beiden privaten deutschen Linienfluggesellschaften NFD Luftverkehrs AG (Nürnberg) und der RFG Regionalflug GmbH (Dortmund) hervorgegangen.

Größter Anteilseigner war mit bisher 99,91 % der Aufsichtsratsvorsitzende Albrecht Knauf. Mit 42 Maschinen erzielte Eurowings im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 730 Mill. DM und durchbrach erstmals die Marke von drei Mill. Fluggästen.

Der Jahresüberschuss des Unternehmens mit rund 1 630 Beschäftigten stieg auf knapp acht Mill. DM. Die Gesellschaft ist nach eigenen Angaben die größte deutsche Regionalfluggesellschaft.

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