Fluglinie will sanieren und in die Gewinnzone zurück
US Airways ist pleite

Die siebtgrößte amerikanische Fluggesellschaft US Airways Group Inc. hat am Sonntagabend beim Konkursgericht in Alexandria (Virginia) zusammen mit einigen Tochterfirmen einen Konkursantrag gestellt. Sie begründete den Gang zum Insolvenzrichter unter anderem mit den Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Reuters WASHINGTON/NEW YORK. Die Aktien des Unternehmens brachen im vorbörslichen Handel in den USA auf der Handelsplattform Instinet auf 0,50 Dollar von einem Schlusskurs von 2,45 Dollar am Freitag ein. Analysten zeigten sich kaum überrascht von der Zahlungsunfähigkeit und schlossen weitere Konkurse bei US-Fluggesellschaften nicht aus. US Airways will den Flugbetrieb aufrechterhalten und strebt eine umfassende Neustrukturierung an. Nach Artikel elf des US-Konkursgesetzes können Firmen unter Bedingungen des Gläubigerschutzes zunächst weiter tätig sein, während ein Umstrukturierungsplan ausgearbeitet wird. US Airways will im ersten Quartal kommenden Jahres wieder aus dem Gläubigerschutz heraustreten, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte.

Für die Neuaufstellung hat die sechstgrößte US-Fluggesellschaft nach eigenen Angaben von einer Gruppe um Credit Suisse First Boston und Bank of Amerika Zusagen zur Übergangsfinanzierung von 500 Millionen Dollar. US Airways bezifferte seine Vermögenswerte auf 7,81 Milliarden Dollar und die Verbindlichkeiten auf 7,83 Milliarden Dollar.

Bereits im Mai hatte die Gesellschaft mit Sitz in Arlington im US-Bundesstaat Virginia mitgeteilt, als Folge der schwachen Nachfrage nach Geschäftsreisen vom Konkurs bedroht zu sein. Seit Mitte 1999 wies das Unternehmen in elf von zwölf Quartalen rote Zahlen aus. Für das Jahr 2002 übersteigt der Verlust bisher eine halbe Milliarde Dollar. Wegen der hohen Verluste hatte das Unternehmen staatliche Kreditgarantien im Volumen von 900 Millionen Dollar beantragt. Mit ihren Piloten und Flugbegleitern traf die Gesellschaft bereits Vereinbarungen über Gehaltskürzungen.

Bei US Airways steht schon ein Großinvestor für die Zeit nach dem Gläubigerschutz bereit. Dem Insolvenzantrag zufolge hat die Texas Pacific Group ihre Absicht erklärt, sich dann gegen 38 Prozent des Aktienkapitals mit 200 Millionen Dollar zu engagieren. Die Texas Pacific Group hatte bereits 1993 bei der Sanierung der Fluggesellschaft Continental Airlines geholfen. Ferner erhofft sich US Airways eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von einer Milliarde Dollar, die durch die beantragten staatlichen Kreditgarantien gesichert werden soll.

Analysten: Weitere Pleiten könnten folgen

Analysten zeigten sich kaum überrascht von der Zahlungsunfähigkeit von US Airways. "Da können noch andere insolvent werden. In den USA sind seit dem 11. September viele Fluggesellschaften unter Druck", sagte ein Branchenkenner. Dies gelte vor allem, wenn die konjunkturelle Lage sich weiter verschlechtere und die Flugangst andauere. Unter großem Druck stehe vor allem die zu UAL Corp gehörende zweitgrößte US-Fluggesellschaft United Airlines, der Partner der Deutschen Lufthansa im Luftfahrtbündnis Star Alliance. Aber auch die Tochter von AMR Corp und Branchenführer in den USA, American Airlines, habe Probleme. "Die Fluglinien dort verbrennen im Moment Cash", sagte der Analyst. Auch Fusionen könnten die Konzern in den USA derzeit wohl nicht finanzieren.

In Europa steckten derzeit British Airways, Alitalia und Iberia in Problemen, sagte der Experte. Die Fluggesellschaften seien aber nicht extrem konkursgefährdet, da sie von den Anschlägen am 11. September nicht so stark getroffen worden seien wie die amerikanische Konkurrenz. "Europa kommt da einfach besser weg." Im Zuge der schwachen Wirtschaft und der Anschläge überstiegen in der US-Flugindustrie im vergangenen Jahr die Kosten bei weitem die Einnahmen. Allein die acht größten Gesellschaften verbuchten im Geschäftsjahr 2001 einen Verlust von insgesamt über sieben Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr 2002 verloren sie bereits mehr als die Hälfte dieser Summe. UAL Corp., die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, ersucht zurzeit die US-Regierung um eine Bürgschaft für einen Kredit im Volumen von 1,8 Milliarden Dollar.

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