Flugschulen in Florida und Arizona bei Ausländern beliebt
Für die Fluglizenz in die USA

Wo bekommt ein Terrorist eine Pilotenausbildung? Auf diese Frage nach den Terroranschlägen in New York und Washington gibt es eine klare Antwort: Nirgendwo leichter als in den USA.

ap NEW YORK. Mindestens einer der Entführer von vier Verkehrsflugzeugen am Dienstag wurde an einer amerikanischen Flugschule ausgebildet, wie das Justizministerium in Washington mitteilte. Auf der Suche nach einer möglichst billigen und schnellen Flugschule kommen Interessenten aus aller Welt nach Amerika. Wichtigste Voraussetzung für die Zulassung zum Flugunterricht in den USA ist Geld. "Solange jemand genug Geld in der Tasche hat, kann jeder zugelassen werden", erklärt Victor Richard von der Flugschule Alpha Tango in San Antonio, Texas. Richard und seine Kollegen bilden dort Flugschüler aus Mexiko, Pakistan, Saudi-Arabien und Deutschland aus.

Weil Flugbenzin in den USA vergleichsweise preiswert ist, kann man schon für 5.000 Dollar (rund 10 800 Mark) die Lizenz erwerben, um eine einmotorige Privatmaschine zu fliegen. Solche Flugschulen gibt es in den USA zu hunderten, aber nur etwa 25 von ihnen bieten auch einen Unterricht an, wie große Verkehrsmaschinen zu steuern sind.

"Vor allem in Florida und Arizona gibt es eine große Zahl von Flugschulen, die für Ausländer attraktiv sind", sagt William Shumann von der Luftverkehrsbehörde FAA. So seien dort die Wetterbedingungen meist ideal und die Lebenshaltungskosten relativ niedrig. Für die Einschreibung in einer Flugschule brauchen Ausländer dann nur noch das so genannte M-Visum, das die Konsulate ausgeben. Erfahrungsgemäß gebe es keine großen Probleme, dieses Visum zu bekommen, heißt es in den Flugschulen. "Es ist nicht sehr schwierig, hier reinzukommen", meint Richard Kaylor, Manager der Flugschule Richmor Aviation bei New York. "Es ist nicht unser Job zu überprüfen, ob sie legal oder illegal eingereist sind."

In Richmor und Alpha Tango ließ sich auch der Kuwaiter Abdul Hakim Murad ausbilden, der 1996 mit zwei Komplizen wegen eines gescheiterten Komplotts verurteilt wurde, elf amerikanische Verkehrsflugzeuge in die Luft zu sprengen. Einer der Komplizen wurde wegen Beteiligung am ersten Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 1993 verurteilt; er soll Kontakte zu dem saudischen Millionär Osama Bin Laden unterhalten haben.

Auch zwei Männer, die in Hamburg wohnten und nach Ermittlungen der Polizei möglicherweise in die Anschläge in New York und Washington verwickelt waren, sollen von Juli 2000 bis Januar 2001 in Florida gewesen und dort eine Flugschule besucht haben. Ein ehemaliger Angestellter der Huffman-Flugschule in Venice bestätigte, dass die beiden Männer aus Deutschland in die USA gekommen seien und fünf Monate lang ausgebildet worden seien.

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