Flugsicherheit: Keine Überraschungen an der Spitze: Top-Noten für deutsche Airlines

Flugsicherheit: Keine Überraschungen an der Spitze
Top-Noten für deutsche Airlines

So gut wie alle deutschen Fluggesellschaften, die renommierte Cathay Pacific aus Hongkong, Australiens mittlerweile bereits 83 Jahre alte Qantas Airways sowie Finnair und die österreichische Austrian Air gehören unverändert seit Jahrzehnten zu den sichersten Airlines der Welt.

HB/dpa HAMBURG. Das geht aus der jüngsten Untersuchung des deutschen Fachmagazins für die zivile Luftfahrt "Aero International" (März-Ausgabe) hervor. Berücksichtigt wurden bei dieser regelmäßig durchgeführten Untersuchung, die den Zeitraum 1973 bis 2002 einschließt, 66 führende Fluggesellschaften aus aller Welt einschließlich aller wichtigen deutschen Airlines.

Nach dieser Untersuchung gibt es 14 Fluggesellschaften, die in den letzten 30 Jahren kein Flugzeug durch einen Unfall verloren haben und folglich auch keine Todesopfer zu beklagen hatten. Neben Qantas Airways, die schon 1920 gegründet wurde, und der 1946 gegründeten Nobel-Airline Cathay Pacific stehen auch die deutschen Fluggesellschaften Air Berlin, LTU, Germania, Aero Lloyd, Deutsche BA, Eurowings und die kleinere Hamburg International mit der so genannten Jacdec-Sicherheitsrate 0,00 zu Buche. In diese Rate fließen alle Todesfälle und Unfälle bezogen auf die geflogenen Passagierkilometer ein.

Gleiche positive Werte gelten u.a. auch für Finnair, bereits 1923 gegründet und damit Europas sicherste Gesellschaft über Generationen hinweg, Austrian Airlines, und die arabische Nobel-Airline Emirates. Nicht viel schlechter steht Hapag Lloyd da. Auch der Hannoveraner Ferienflieger hat seit seiner Gründung 1972 keine Unfalltoten zu beklagen gehabt, verlor allerdings am 12. Juli 2002 ein Flugzeug durch eine Bruchlandung bei Wien, weil die Besatzung damals sträflich verantwortungslos gehandelt hatte.

Hapag Lloyd hatte seinerzeit sehr viel Glück gehabt, dass es keine Todesopfer gegeben hatte. Wenigstens blieb die angeschmutzte Weste in dieser Hinsicht weiß. Mit der Jacdec-Sicherheitsrate 0,05 steht die Deutsche Lufthansa zwar auch noch noch sehr gut da und gehört zum Kreis der zuverlässigen großen Fluggesellschaften der Welt. Aber drei Unfälle mit insgesamt 61 Toten in den vergangenen 30 Jahren haben dazu geführt, dass auch der deutsche Flagcarrier keine blütenreine "weiße Weste" hat. Gleiches gilt für die Tochtergesellschaft Condor, die im Januar 1988 ein Flugzeug verlor, wobei es 16 Tote gab.

Am schlechtesten schneiden auch in dieser neuen Untersuchung von "Aero International" wieder die Fluggesellschaften ab, die schon seit vielen Jahren am Ende der Sicherheitstabelle stehen und als die "schwarzen Schafe" der Branche gelten. Die "rote Laterne" trägt mit der Note 4,93 mit weitem Abstand hinter allen anderen Airlines die kolumbianische Avianca, die schon 1919 mit deutscher Hilfe gegründet worden war und zu den ältesten Fluggesellschaften der Welt gehört, mit elf Abstürzen und 545 Toten in den vergangenen drei Jahrzehnten; doch auch vor 1973 gehörte Avianca zu den umstrittensten Fluggesellschaften rund um den Globus. Nicht viel besser stehen Turkish Airlines mit der Sicherheitsrate 4,19 mit 10 Unfällen und 775 Unfalltoten, die beiden immer wieder von Korruptionsskandalen erschütterten Gesellschaften Indian Airlines (Rate 3,04, 19 Unfälle, 555 Tote) und Air India (2,23/4/556) sowie Egyptair (2,20/9/394) da.

Unter den zehn Airlines, die am Ende dieser Sicherheitsstatistik stehen, befinden sich nicht weniger als sieben asiatische Gesellschaften, aber nur eine europäische: Die ungarische Malev nimmt den sechstletzten Rang (Note 2,06/6 Tote/103) ein. Es ist ohnehin bemerkenswert: Viele asiatische und südamerikanische Airlines gelten aus den verschiedensten Gründen als unfallträchtig. Dazu gehören oft die mangelhafte Wartung und manchmal auch das Alter der Flugzeuge, eine unzureichende Pilotenausbildung und wiederholt auch die Flugsicherung vor Ort.

Andererseits zeichnet sich eine Reihe fernöstlicher Airlines einschließlich der großen japanischen Gesellschaften weitgehend als extrem sicher und zuverlässig aus. Dass Fluggesellschaften wie Thai International Airways mit 429 Toten, Korean Air (714) oder Saudi Arabian Airlines (611) nicht ganz am Schluss dieser von "Aero International" erarbeiteten Skala stehen, ist darauf zurückzuführen, dass auch die Größe der Gesellschaften und die nackte Zahl der Unfälle relativierende statistische Bedeutung in dieser Sicherheitstabelle haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%