Flugzeug war 27 Jahre im Einsatz - Prestige-Flugzeug zu teuer
Concorde landet im Museum

Die Concorde landet nach fast drei Jahrzehnten vorzeitig im Museum. British Airways (BA) und Air France werden ihre Flüge mit den Überschallmaschinen schrittweise zum 1. November einstellen.

HB/dpa LONDON/PARIS. Nach Worten von BA-Chef Rod Eddington am Donnerstag in London rechnet sich das Passagierflugzeug in der schweren Luftfahrtkrise einfach nicht mehr. "Wir bedauern diese Entscheidung, die leider zwingend erforderlich war", sagte Air- France-Chef Jean-Cyril Spinetta in Paris. Von dem Einbruch nach dem Absturz im Juli 2000 bei Paris mit 113 Toten, davon 97 Deutsche, hat sich der schneeweiße Flieger mit den Deltaflügeln nie wieder erholt.

Air France wird die Flüge des einzigen Überschalljets der zivilen Luftfahrt bereits vom 31. Mai an unterbrechen. Bis zum 1. November seien noch vereinzelte Flüge möglich, hieß es. Luftfahrtkenner rechnen mit einer Vielzahl von Buchungen aus Nostalgie-Gründen. Seit Beginn des Irak-Krieges sei die Auslastung des Jets auf etwa 20 Prozent gesunken, von knapp 50 Prozent vor dem Krieg, sagte Spinetta.

Die Wartungskosten des Prestige-Fliegers seien sehr stark gestiegen und die Passagierzahlen deutlich zurückgegangen. Die Stilllegung vermeide zwischen 30 und 50 Millionen Euro Verluste, sagte Spinetta. An der Pariser Börse sank der Kurs von Air France entsprechend der Marktabschwächung zwischenzeitlich um 1,44 Prozent auf 9,58 Euro. An der Londoner Börse zog die British Airways-Aktie dagegen um 1,25 Pence auf 116,5 Pence an.

"Wir sind äußerst stolz darauf, dieses wunderbare und einzigartige Flugzeug 27 Jahre geflogen zu haben", sagte Eddington. "Dies ist das Ende einer fantastischen Ära in der Welt-Luftfahrt." Die sieben britischen Concorde-Maschinen seien schon mehreren Museen versprochen worden. Die Flüge rentierten sich nicht mehr, da die Kosten für den Unterhalt stetig stiegen, während die Buchungen durch die allgemeine Krise im Langstreckenflugverkehr zurückgegangen seien. Vom Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle startete am Donnerstag eine Concorde der Air France mit nur 12 Passagieren an Bord nach New York. 16 der 92 Plätze seien reserviert gewesen, sagte ein Mitarbeiter.

Nach der Katastrophe im Juli 2000 mit 113 Toten hatten BA und Air France hatten ihren Concorde-Verkehr vorübergehend eingestellt und die 30 Jahre alten Maschinen mit Millionenaufwand überholt. Unter anderem bekamen sie dickere Reifen und kugelsichere Treibstofftanks.

Doch das Interesse an den Concorde-Flügen von BA erreichte nie mehr das alte Niveau. Erschwerend hinzu kam eine Serie von Pannen und technischen Problemen. Sicherheitsaspekte hätten aber keine Rolle beim vorzeitigen Aus gespielt, sagte Eddington.

Gespräche mit dem Concorde-Hersteller Airbus hätten ergeben, dass der Unterhalt der Maschinen in den nächsten Jahren noch wesentlich aufwendiger geworden wäre, erläuterte er. "BA hat entschieden, dass eine solche Investition angesichts sinkender Einnahmen durch den weltweiten Nachfrage-Einbruch nicht zu rechtfertigen ist." Langfristige Faktoren hätten die wesentliche Rolle gespielt. Airbus äußerte volles Verständnis für die Entscheidung, "besonders im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld".

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