Flugzeugabsturz in New York
„Nicht schon wieder“

Der Absturz eines Privatflugzeuges in ein 42-stöckiges Appartement-Gebäude in Manhattan weckt Erinnerungen an die Katastrophe am 11. September - und zeigt: New York steht trotz aller scheinbaren Normalität immer noch unter erhöhter Anspannung.

NEW YORK. Ein brennendes Hochhaus auf dem Fernsehschirm, Sirenengeheul im Hintergrund und ein Feueralarm im Büro. Diese mit Erinnerungen beladene Mischung reicht, um viele Gesichter in der Redaktion des "Wall Street Journals" blass werden zu lassen. Auch wenn sich der Hochhausbrand schnell als tragischer Unfall herausstellt und der Feueralarm nur eine Übung ist, die Gedanken der meisten im Dow Jones Building in Manhattan gehen zurück zu den Terroranschlägen am 11. September 2001. Ground Zero liegt direkt vor der Haustür.

So ähnlich ging es auch vielen anderen New Yorkern, als am Mittwoch ein einmotoriges Privatflugzeug in ein 42stöckiges Appartement-Gebäude an der Upper Eastside raste. Angsterfüllte Blicke gingen nach oben in den wolkenverhangenen Himmel. Rauch über Manhattan. Ein neuer Terroranschlag? Diese Frage ist zu einem Reflex in den Köpfen der Menschen geworden, sobald das Leben der Metropole unterbrochen wird. Innerhalb weniger Minuten hatten alle großen Fernsehsender Live-Bilder von der Unglücksstelle. Die Luftabwehr schickte Kampfjets in den Himmel, um den Luftraum über den US-Großstädten zu sichern. Anti-Terror-Kommandos rasten zum Ort des Geschehens und sicherten die Nachbarschaft mit vorgehaltenen Maschinengewehren ab. An der Börse sackte der Dow-Jones-Index in Sekundenschnelle um 50 Punkte ab. "Nicht schon wieder", sagte die Studentin Jeannie Atkins, die nur einen Häuserblock von der Unglücksstelle entfernt in der 72. Straße stand.

Die Behörden beeilten sich, um die angespannten Nerven der Stadt wieder zu beruhigen. "Es gibt keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund", teilte die Bundespolizei FBI mit. Der bekannte New Yorker Baseballspieler Cory Lidle war zusammen mit seinem Fluglehrer von New Jersey aus zu einem Rundflug gestartet. Nach einer Runde um die Freiheitsstatue flogen die beiden den East River hinauf. Der Luftraum dort wird besonders stark genutzt. In der Nähe befinden sich nicht nur der Stadtflughafen La Guardia, sondern auch einige Hubschrauber-Flug-plätze. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde FAA soll die Maschine von Lidle kurz vor dem Absturz einen Notruf gesendet haben. Beide Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Mehrere Feuerwehrleute und Bewohner der ausgebrannten Appartements wurden verletzt.

Das Unglück hat in New York die Debatte über die Luftsicherheit der Stadt wieder entfacht. Kleinflugzeuge dürfen Manhattan überfliegen, solange sie unterhalb von etwa 336 Metern bleiben. Lidle musste noch nicht einmal einen Flugplan vorab einreichen. Ähnliche Vorschriften gibt es auch in anderen Großstädten.

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