Flugzeugbauer Airbus strebt in den Himmel über Japan
Flugzeugbauer Airbus strebt in den Himmel über Japan

Bisher ist Asien in fester Hand des US-Konkurrenten Boeing

olm HONGKONG. Der europäische Flugzeugbauer Airbus drängt auf den Durchbruch in Japan, einem Schlüsselmarkt für den geplanten Riesen-Airbus A380. Bislang ist die Luftfahrtindustrie des Landes allerdings in fester Hand des US-Rivalen Boeing. Um einen Fuß in die Tür zu bekommen, versuchen die Europäer nun dem Rivalen langjährige Partner abspenstig zu machen.

Airbus gab in der vergangenen Woche in Tokio bekannt, Verhandlungen mit Mitsubishi Heavy Industries und Fuji Heavy Industries über die Lieferung wichtiger Komponenten für den A380 seien in einem fortgeschrittenen Stadium. Airbus will 8 % der Projektsumme nach Japan vergeben.

Mitsubishi, Kawasaki und Fuji sind Japans größte Flugzeugbauer und bekannt für ihr Know-How in der Herstellung von Leichtgewicht-Materialien. Seit Jahrzehnten liefern sie für Boeings gesamte Produktpalette wichtige Teile, vor allem für die Langstrecken-Typen B747 und B777. Außerdem schultern sie einen Teil der Entwicklungskosten. Um die bewährten Allierten von der Konkurrenz fern zu halten, will Boeing diese Firmen nun in ein Entwicklungskonsortium für sein Zukunftsprojekt Sonic Cruiser einbinden. Boeings neuer Langstreckenjet ist wesentlich kleiner als der neue Riesen-Airbus, der 555 Passagiere befördern soll. Dafür soll der Sonic Cruiser annähernd Schallgeschwindigkeit fliegen können.

Gelingt es Airbus, Boeings lokale Partner abspenstig zu machen, könnte das zum Durchbruch auf dem japanischen Markt verhelfen. Die Fluglinien des Landes zählen zu Boeings wichtigsten Kunden, doch viele denken über Nachfolgemodelle für ihre alten Boeing-Jumbos nach. Airbus-Chef Noel Forgeard erklärte, kein anderes Land habe in den kommenden 20 Jahren so einen Bedarf nach Jets mit mehr als 400 Sitzen als Japan. Der Riesen-Airbus soll den Europäern helfen, ihren Marktanteil in Japan von derzeit 18 % auf 50 % zu steigern. Die größte Fluglinie Japan Airlines - bisher ausschließlich Boeing-Kundin - prüft gerade, ob der A380 in ihre Flotte passt.

Luftfahrtexperten glauben deshalb, dass sich Asien zum heißesten Schlachtfeld zwischen Airbus und Boeing entwickeln wird. Das liegt nicht nur daran, dass die Branche in Fernost stärker wächst als im Westen. In Asien dominiert auch nach wie vor das "Hub-to-Hub"-System, bei dem Fluglinien Passagiere zwischen großen Zentren bewegen. Dort müssen sie umsteigen, um an ihr Endziel zu gelangen. Das erhöht den Bedarf nach Großraumjets wie der B747 oder dem neuen A380. Insgesamt wird die Entwicklung des Riesen-Airbus 13,6 Mrd. Euro verschlingen. Anteilseigner an Airbus sind EADS mit 80% und die britische BAE Systems mit 20 %.

Quelle: Handelsblatt

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