Flugzeugbesatzung von Chinesen vernommen
Entspannung im amerikanisch-chinesischen Streit

Der Streit zwischen Washington und Peking um die Besatzung eines notgelandeten US-Spionageflugzeugs hat sich am Freitag wieder entspannt: Ein US-Diplomat durfte am Freitag die auf der chinesischen Insel Hainan festgehaltene Crew sprechen.

ap HAIKOU/CHINA. Zwischenzeitlich sorgte die Verzögerung des Treffens um mehrere Stunden jedoch für Irritationen. Die ganze Nacht hindurch hatten beide Seiten intensiv miteinander verhandelt.

Der amerikanische Militärattache in China, Brigadegeneral Neal Sealock, sagte am Freitag nach seinem Treffen, die Besatzung sei wohlauf und habe zusammenbleiben dürfen. Die US-Soldaten hätten außerdem die Pakete mit Toilettenartikeln, Büchern und anderen Gebrauchsutensilien erhalten, die den chinesischen Behörden übergeben worden waren.

In Washington erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses, Präsident George W. Bush sei der Ansicht, dass die Bemühungen um eine Beendigung des Streits gut vorankämen. "Der Tenor der diplomatischen Diskussionen" gebe Anlass zu Optimismus, sagte Ari Fleischer.

Die 24-köpfige Besatzung der US-Flugzeugs wird von den chinesischen Behörden auf der Insel Hainan festgehalten, wo sie am Sonntag mit ihrer Maschine nach der Kollision mit einem chinesischen Abfangjäger notgelandet waren. Dort halten sich inzwischen mehrere Diplomaten der amerikanischen Botschaft auf. Am Dienstag durften sie erstmals mit der Besatzung sprechen.

Der chinesische Staatspräsident Jiang Zemin erneuerte die Forderung nach einer Entschuldigung der USA. Zu Beginn seiner Lateinamerikareise erklärte er in Chile, beide Seiten sollten sich im Interesse der amerikanisch-chinesischen Beziehungen um die Beilegung des Streits bemühen. Bush hatte am Donnerstag erstmals öffentlich sein Bedauern über den Tod des chinesischen Piloten geäußert, dessen Maschine nach der Kollision mit der US-Flugzeug abgestürzt war, eine formelle Entschuldigung aber vermieden. Die Leiche des Piloten wurde noch nicht gefunden. Bush wiederholte seinerseits die Forderung nach Freilassung der Besatzung des US-Aufklärungsflugzeugs.

Die chinesischen Behörden vernahmen am Donnerstag die Besatzung des US-Aufklärungsflugzeugs wegen Verstoßes gegen das Völkerrecht. Die Mannschaft habe internationales Recht gebrochen, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Sun Yuxi. Die Amerikaner seien für die Kollision mit dem chinesischen Abfangjäger verantwortlich. Es sei deshalb völlig normal, wenn sie von den Ermittlungsbehörden befragt würden.

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