Flugzeugentführer hatten spirituellen Leitfaden dabei
Lächelnd zum Selbstmordanschlag

Mehrere der mutmaßlichen Flugzeugentführer in den USA haben sich offenbar mit Hilfe eines spirituellen Leitfadens gezielt auf die Selbstmordanschläge vorbereitet. Bisher wurden drei Exemplare dieses Buchs in arabischer Sprache gefunden, wie am Freitag aus Kreisen der US-Ermittlungsbehörden verlautete.

ap WASHINGTON. Es enthält den Angaben zufolge eine Checkliste und Anleitungen für die geistig-spirituelle Vorbereitung auf eine Selbstmordaktion. Wie kein anderes Dokument gibt es Einblick in die geistige Verfassung der Selbstmordattentäter. "Jeder hasst den Tod, fürchtet den Tod", heißt es in dem Buch, das der Zeitung "Washington Post" zugänglich gemacht wurde. Wer aber vom Leben nach dem Tod und der Belohnung nach dem Tod wisse, gelange in den Kreis derer, "die den Tod suchen werden".

Ein Exemplar des Buchs wurde nach Informationen aus Ermittlerkreisen in dem von Mohamed Atta zurückgelassenen Gepäck gefunden - der ehemalige Student der Technischen Universität Hamburg-Harburg soll das Flugzeug gesteuert haben, das in den Nordturm des New Yorker World Trade Centers raste. Ein weiteres Buch wurde im Auto eines anderern mutmaßlichen Flugzeugentführers entdeckt. Das dritte fanden die Ermittler im Wrack des in Pennsylvania abgestürzten Flugzeugs.

Das Dokument enthielt nach einem Bericht der Zeitung "The Dallas Morning News" konkrete Anweisungen für das Verhalten und die innere Haltung in den letzten Stunden vor der Selbstmordtat. "Überprüfe deine Waffe", heißt es in dem Leitfaden. Danach solle ein Morgengebet gesprochen werden. "Wenn Du ein Taxi zum Flughafen nimmst, ... dann lächle, wenn Du ankommst, und sei zuversichtlich, weil Gott mit den Gläubigen ist und die Engel Dich beschützen werden."

Auch beim Betreten des Flugzeugs und beim Platznehmen solle ein stilles Gespräch gesprochen werden im Bewusstsein: "Es ist eine Kampfaktion für Gott." Die religiöse Besinnung soll auch die letzten Augenblicke vor dem eigenen Tod bestimmen: "Wenn die Zeit der Wahrheit kommt und die Stunde Null erreicht ist, dann straffe Deine Kleidung, öffne Deine Brust und heiße im Namen Gottes den Tod willkommen. Sekunden vor dem Ziel sollten Deine letzten Worte sein: 'Es gibt keinen anderen Gott als Allah. Mohammed ist sein Bote'." Die ersten vier Seiten des Dokuments sind dem Bericht der "Washington Post" zufolge mit Hand geschrieben und geben Grundsätze der islamischen Geschichte wieder wie den Bericht vom Propheten Mohammed, der mit 100 Mann gegen 1000 Ungläubige kämpft. Sie enthalten auch Gebete wie dieses: "Ich bete zu Dir, Gott, dass Du mir alle meine Sünden vergibt und mir erlaubst, Dich in jeder möglichen Weise zu verherrlichen."

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