Flugzeughersteller
EADS steigt an der Börse groß ein

Der Start des neuen Flugzeugherstellers wird überschattet von Unsicherheit über den Bau des Airbus-A-3XX

HB DÜSSELDORF. Der Börsengang des neuen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS zählt zu den größten Aktienemissionen in diesem Jahr. Nach Informationen des Handelsblatts beträgt das Volumen 3 bis 3,5 Mrd. Euro . Von der EADS würden 120 bis 130 Millionen Anteilsscheine angeboten, hieß es in Marktkreisen. Daraus errechnet sich ein Wert für die einzelne Aktie von rund 23 bis 29 Euro. Privatanleger sollen einen Preisnachlass erhalten. Die genaue Ausgestaltung des Rabatts stehe allerdings noch nicht fest.

Die Aktien würden in Deutschland, Frankreich und Spanien öffentlich zum Kauf angeboten. Mit der Vorvermarktung wollten die Konsortialführer ABN Amro und Deutsche Bank am 13. Juni starten. Die Zeichnungsfrist laufe vom 23. Juni bis zum 7. Juli. Die Erstnotiz sei für den 10. Juli geplant. Thomas Deser von der Fondsgesellschaft Union Investment steht der Emission eher skeptisch gegenüber. Angesichts schrumpfender Rüstungsetats und nur noch zurückhaltender Bestellungen der Fluggesellschaften werde sich der Erfolg des Börsengangs über den Preis entscheiden, meint Deser.

Überschattet wird die Startphase der EADS von der Entscheidung des Airbus-Konsortiums, den Bau des Super-Airbusses A 3XX zu verschieben. EADS hält die Mehrheit an Airbus. Allerdings kündigte die Bundesregierung an, als Nachfolgemodell des Bundeswehr-Transportflugzeugs Transall 75 Exemplare eines Airbusses 400M kaufen zu wollen - statt der russischen Antonov.

Der Aufschub der Entscheidung über die A 3XX hat in Paris zu schweren Verstimmungen geführt. Der Chef des EADS-Aufsichtsrats, Jean- Luc Lagardère, sei "wütend", der französische Verkehrsminister Jean- Claude Gayssot sei aufgebracht, meldet die Tageszeitung "Le Monde". Der Aufschub wird vor allem auf die deutsche "Verhärtung" in der Frage der Endmontage des Flugzeugs zurückgeführt. "Le Monde" schreibt sogar von einer "offenen Krise" bei der EADS. Premierminister Lionel Jospin wolle das Thema beim heutigen deutsch-französischen Gipfeltreffen in Mainz ansprechen.

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