Flut der Internet-Literatur ist erdrückend
Lektüre gegen die Internet-Krise

Ratgeber führen vor Augen, was im Internet alles falsch gemacht wurde.

Das Internet ist ein Phänomen - nicht nur angesichts seines Erfolges: Wenig Wirtschaftssegmente haben schon kurz nach ihrer Entstehung eine Konsolidierung durchmachen müssen. Diese Ruhepause sollte dem Management willkommen sein: Endlich hat es ausreichend Zeit, all das nachzulesen, was es in den zurückliegenden zwei Jahren hätte besser machen sollen.

Allerdings ist eine Auswahl angeraten, denn die Flut der Internet-Literatur ist erdrückend. Zur ersten Orientierung dient das Taschenbuch der Autoren Andrea Hoffmann und Ray M. Rosdale. Ihr Buch "500 Tipps und Tricks zur Internet-Nutzung" (Humboldt, München, 24,90 DM) gilt als einer der besten Ratgeber mit angegliederter Internet-Seite. In 18 Kapiteln werden beginnend mit Tipps zu Browsern bis hin zum E-Commerce kurz gefasste praktische Informationen geliefert, die Anfängern die Angst vorm Internet nehmen.

Sicherheitsaspekte der Internet-Nutzung

Eines der in den letzten Monaten meist diskutierten Probleme ist die Sicherheit. Das Buch "Risiko Internet?" (Orell Füssli, Zürich, 43 DM) von Michael Näf geht in prägnanter Form auf die wichtigsten Sicherheitsaspekte bei der Internet-Nutzung ein. Ohne weitschweifende theoretische Erörterungen erläutert Näf wesentliche Sicherheitsfragen aus der Anwenderperspektive. Dazu gehören die Verschlüsselung wichtiger Informationen, digitale Unterschriften, elektronische Zahlungssysteme, aber auch die Abwehr unerwünschter Werbemails und noch unerwünschterer Hackern. Zwar geht Näf nicht zu sehr ins Detail, aber für den ersten Überblick ist dieses Buch bestens geeignet.

Ein anderes Ziel verfolgen die beiden amerikanischen Marketingstrategen Al und Laura Ries. Vater und Tochter werben mit ihrem Buch "Die elf unumstößlichen Gebote des Internet Branding" (Econ, München, 39,90 DM) für den Aufbau von Markennamen im Internet. Ihre Begeisterung für die Chancen des neuen Mediums durchzieht das Buch: es ist typisch amerikanisch, kompromisslos anspornend und ohne Nachdenklichkeit. Das belegen Überschriften wie "Das Internet wird alle Grenzen, alle Schranken und alle Barrieren niederreißen". Doch Vorsicht: Die Autoren sind ganz und gar nicht oberflächlich. Al Ries ist Autor mehrerer Marketing-Klassiker, seine Tochter gilt als Internet-Koryphäe.

Das Buch von Andreas Eggert und Georg Fassot: "eCRM - Electronic Costumer Relationship Management" (Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 99,90 DM) ist eigentlich eine Jubiläumsschrift anlässlich des 60. Geburtstags des Marketing-Professors Friedhelm Biemel. Doch das Buch ist keine Sammlung langweiliger Lobesreden, sondern gibt seinen Lesern einen guten Überblick über das elektronische Kundenbeziehungsmanagement (eCRM). Zahlreiche international renommierte Forscher und Marketingmanager verschiedener Unternehmen stellen Konzepte und Erfahrungen zum eCRM vor. Dieser Band ist gelungen, weil er einen hohen Informationsgehalt bietet.

Controllingsinstrumente für das Internet

Der Haufe Verlag ist bekannt für anwendungsorientierte betriebswirtschaftliche Literatur. Genauso praktisch orientiert ist auch sein Buch zu speziellen Controllinginstrumenten des Internet: Arno Müller/Lars von Thienen: "E-Profit: Controlling-Instrumente für erfolgreiches e-Business" (Haufe, Freiburg, 39,90 DM). Im Vordergrund stehen vor allem das Projekt-Controlling und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die beigefügte CD erleichtert die Anwendung der im Buch erläuterten Instrumentarien, beispielsweise der Dynamischen Investitionsrechnung oder der Balanced Scorecard.

Mit Rolf W. Habbel hat sich ein bekannter Unternehmensberater (Booz Allen & Hamilton) als Schriftsteller betätigt: In seinem Buch "Faktor Menschlichkeit" (Ueberreuter, Wien/Frankfurt, 49,80 DM) geht es ihm um den Charakter der Führungskultur im Zeichen der Internet-Economy.

Einerseits zeigt er, wie sich durch die New Economy quasi über Nacht enorme Entfaltungsmöglichkeiten für Unternehmerpersönlichkeiten eröffnet haben - Möglichkeiten, die hauptsächlich von jungen Menschen genutzt wurden. Andererseits diskutiert er aber auch die Gefahren, die sich aus dem gewaltigen Technikschub des Internet für Entpersonifizierung von Geschäftsvorgängen ergeben können. Ein ausgesprochen nachdenkliches Buch, das sich sicherlich als Abschluss eines Streifzugs durch die Internet-Lektüre eignet - vielleicht aber noch besser als Auftakt.

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