Flut von Unternehmensmeldungen erwartet
US-Märkte holen erste Verluste auf

Die US-Märkte haben die zweite Woche der Ertragssaison mit leichten Verlusten begonnen, sich aber in den ersten Handelsminuten wieder erholt. Das Börsenbarometer der dreißig US-Industriewerte eröffnete mit einem Minus von 16 Punkten, kletterte dann aber eifrig und notiert zur Stunde bei einem Plus von 50 Punkten oder 0,5 % auf einem Stand von 9 250 Punkten.

wsc NEW YORK. Der technologieorientierte Nasdaq Index startet mit sechs Zählern im roten Bereich, erholt sich ebenfalls und legt 21 Punkte oder 1,2 % zu. Am Freitag hatten sowohl der Dow Jones Index als auch die Nasdaq mit leichten Tagesgewinnen, aber mit Wochenverlusten von 1,5 % beziehungsweise 1,9 % abgeschlossen. Für die beiden großen Indizes war es die erste Verlustwoche nach drei Wochen der Erholung.

Die Augen der Anleger richten sich in dieser Woche einmal mehr auf die Ergebnisse der Unternehmen. Die Wall Street startet in die zweite hektische Woche der Ertragssaison. Bis Ende dieser Woche werden 80 % der im S & P 500 Index enthaltenen Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. Zwei Titel aus dem Dow Jones Index haben am frühen Morgen gemeldet: der zweitgrößte Telefonanbieter der USA, SBC Communications, und der Industrie-Mischkonzern 3M , zu dessen Produkten unter anderem Klebestreifen und Haftzettel gehören.

3M hat für das abgelaufene dritte Quartal einen Gewinneinbruch um 12,4 % bekannt gegeben, die Erwartungen der Analysten aber um einen Cents Gewinn pro Aktie geschlagen. Das Unternehmen konnte in den vergangenen drei Monaten einen Gewinn von 437 Mill. $ einfahren, was einem Anteilsplus von 1,10 $ entspricht. Der Konsens der Wall Street hatte auf einen Gewinn von 1,09 $ pro Papier gelautet. Das Papier von 3M verliert am Morgen fast 1 %.

SBC Communications konnte am Morgen einen leicht gestiegenen Quartalsgewinn bekannt geben, musste aber auch zugeben, unter dem schwachen konjunkturellen Umfeld zu leiden. SBC wird 20 % seiner Mitarbeiter entlassen, um in Zukunft Kosten zu sparen. Das Unternehmen weist für das 3. Quartal einen Gewinn von 2 Mrd. $ oder 59 Cents pro Aktie aus. Analysten hatten aber mit einem Plus von 60 Cents pro Anteil gerechnet. Im letzten Jahr hatte man 1,96 Mrd. $ oder 57 Cents pro Aktie einstreichen können. Die SBC-Aktie bricht am Morgen ein und notiert mit über 4 % im Minus.

Gemischte Gefühle macht der Ölsektor. Conoco hatte am Morgen Quartalsergebnisse deutlich unter den Ertwartungen der Wall Street bekannt gemacht. Ein Upgrade von "kaufen" auf "aggressiv kaufen" erhielt hingegen die Aktie des Förder- und Plattformanbieters Halliburton . Die Analysten der UBS Warburg sehen den Konzern unterbewertet, die Befürchtungen mancher Anleger, was mögliche Haftungsschäden im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Asbest betrifft, seien überzogen. Man sei gut beraten, die guten Aussichten der Drillingsparte nicht aus den Augen zu verlieren. Bei der UBS traut man der Aktie auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 38 $ zu. Das Papier wird zur Stunde für 24,64 $ gehandelt.

Auch vom Mobilfunkhersteller Motorola gibt es am Morgen News. Das Unternehmen will Anleihen im Wert von 1,275 Mrd. $ herausgeben, um mit dem Erlös unter anderem Schulden zu tilgen. Motorola hatte in der jüngsten Vergangenheit mit einer stark sinkenden Nachfrage auf dem Mobilfunkmarkt zu kämpfen und wird 26 % seiner Belegschaft entlassen. Die Aktie von Motorola hat in diesem Jahr bereits 14 % an Wert verloren und gibt am Morgen um weitere 3,7 % nach.

Auf dem absteigenden Ast notiert zum Wochenstart der Chipsektor. Branchenprimus Intel bricht um 1,2 % ein und reißt Konkurrenten wie Altera und Xilinx mit. In den Miesen notiert auch der Netzwerksektor: Juniper, Redback und Ciena verlieren in den ersten Handelsminuten.

Wirtschaftsdaten dürften am Montag - wie auch für den Rest der Woche - eher im Hintergrund stehen. Wohl wurde am Morgen der Index der führenden Wirtschaftsindikatoren LEI veröffentlicht, der 0,5 % eingebüßt hat. Doch diese Nachricht überraschte die Wall Street nicht. Der LEI ist lediglich eine Zusammenfassung bereits veröffentlichter Indikatoren, sowohl das gesunkene Verbrauchervertrauen als auch die Industrieproduktion und Auftragslage für langfristige Güter spielen in den Index.

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