Archiv
FMC erwartet keine 'größeren Schwierigkeiten' aus US-Untersuchung

Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) erwartet bei der Untersuchung durch die US-Justizbehörden keine "größeren Schwierigkeiten" für das Unternehmen. "Wir wissen nicht, welcher konkrete Vorwurf uns gemacht wird", erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch auf Anfrage.

dpa-afx BAD HOMBURG. Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) erwartet bei der Untersuchung durch die US-Justizbehörden keine "größeren Schwierigkeiten" für das Unternehmen. "Wir wissen nicht, welcher konkrete Vorwurf uns gemacht wird", erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch auf Anfrage. Zu dem Thema kündigte sie gleichzeitig eine Telefonkonferenz für diesen Donnerstag an.

Die Vorlageverfügungen gegen die beiden US-Töchter Fresenius Medical Care Holdings Inc. und Spectra Renal Management seien überraschend gekommen, obwohl einige Wettwerber bereits angeschrieben worden seien. FMC habe seit 1999 Compliance-Programme, in denen unabhängige Dritte das Dialysedienstleistungs- und Laborgeschäft regelmäßig überprüften. Diese Kontrollergebnisse gingen dann jährlich an die US-Gesundheitsbehörden.

FMC-Aktie Gibt Deutlich Nach

Die Aktie des Dialyse-Spezialisten setzte ihre Talfahrt der beiden vergangenen Handelstage fort und fiel gegen 10.05 Uhr um 3,17 Prozent auf 58,29 Euro an das Dax-Ende. Der Leitindex Dax gewann gleichzeitig 0,38 Prozent auf 3 877,10 Punkte. Im MDax rutschten die Titel des Mutterunternehmens Fresenius mit minus 3,87 Prozent auf 64,60 Euro ebenfalls ans Indexende. "Die Investoren sind inzwischen sehr sensibel, wenn bei einem deutschen Wert das Wort 'Ermittlungen in den USA' fällt", sagte Händler Guiseppe Amato von Lang & Schwarz.

Die Tragweite der Ermittlungen sei bisher nicht abschätzbar, schrieb der Aktienanalyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Vermutlich werde untersucht, ob FMC falsch abgerechnet hat oder ob unnötige Behandlungen durchgeführt wurden. Unklar sei die Art der rechtlichen Ermittlungen.

'Psychologischer Effekt'

Analyst Ludger Mues von Sal. Oppenheim erwartet keine größeren finanziellen Belastungen für das Unternehmen. FMC habe bereits im ersten Quartal 2003 sein Abrechnungsverfahren beim Vitamin D geändert und dies führte bereits zu geringeren Umsätzen pro Behandlung. Da dürfte das Unternehmen einen guten Stand haben, fügte er hinzu. Zu den Labortests (Parathyroid Hormone - PTH) könne er nichts sagen. Sollte es dort eine Auffälligkeit geben, dann dürfte es sich nur um eine Kleinigkeit handeln.

Den Kursverlust der Aktie führte Mues vielmehr auf einen "psychologischen Effekt" wegen der Anforderung der Unterlagen zurück. Die Unsicherheit dürfte seiner Meinung nach länger in der Aktie bleiben. Neben FMC hätten auch Konkurrenten wie etwa Davita am Dienstag ein sogenanntes "subpoena" (Vorlageverfügung) erhalten, fügte er hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%