FMC schwach
Dax zieht im Sog der New Yorker Märkte an

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Donnerstag getragen von freundlichen US-Börsen seine positive Tendenz vom Vortag fortgesetzt und Kursgewinne von zeitweilig mehr als einem Prozent verzeichnet. Der Dax ging mit einem Plus von 0,78 % auf 4 973 Punkten aus dem Handel.

Reuters FRANKFURT. Händler verwiesen zudem auf kurzfristige Käufe von Marktteilnehmern. "Die Anleger haben Angst, einen Aufschwung zu verpassen und wollen unbedingt am Anfang schon dabei sein", sagte Norbert Empting, Aktienhändler beim Börsenmakler Schnigge. "Die pessimistische Grundhaltung weicht ein wenig", fügte Empting hinzu. Eine Trendwende sei aber noch lange nicht erreicht.

Auch frische Konjunkturdaten aus Amerika hellten die Stimmung an den Märkten auf und wiesen auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den USA hin. Zunächst hatte das Arbeitsministerium mitgeteilt, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche auf 373 000 von 381 000 zurückgegangen war. "Das ist ein gutes Zeichen, da die Zahl der Konsumenten zunimmt, wenn es weniger Arbeitslose gibt", sagte ein Frankfurter Händler. Zudem waren die Lagerbestände der Industrie- und Handelsunternehmen in den USA im Dezember 2001 im Vergleich zum November den elften Monat in Folge gesunken. Eine zunehmende Räumung der Lager werten Volkswirte als Hinweis auf eine wieder steigende Produktion und damit als Vorzeichen eines baldigen Wirtschaftsaufschwungs.

Unter den Dax-Werten gehörten die Aktien von Linde zu den größten Gewinnern. Die Titel zogen um knapp drei Prozent auf 53,90 Euro an, was Händler unter anderem auf die Hochstufung auf "Buy" von zuvor "Market Perform" durch die Deutsche Bank zurückführten.

Weitere Gewinner waren die Aktien der Schwergewichte Münchener Rück , Allianz und Siemens , die sich teilweise um bis zu drei Prozent verteuerten. Diese Werte seien besonders für Händler attraktiv, die versuchten, mit Tagesschwankungen Geld zu verdienen, sagte Marktanalyst Alfred Kaiser vom Bankhaus Nols. Auf Grund ihrer vergleichsweise hohen Liquidität seien sie ideal zum kurzfristigen Kauf und Verkauf geeignet. Fundamentale Gründe für die Kurszuwächse seien indes nicht auszumachen.

Übernahmepläne in der Chip-Branche beflügelten nach Händlerangaben Infineon . Die Papiere legten um 2,8 % auf 26,29 Euro zu. Der US-Speicherchip-Hersteller Micron Technology will nach Angaben der südkoreanischen Hynix vier Mrd. $ für die Übernahme des Speicherchipgeschäfts und andere Sparten von Hynix bezahlen. Ein Marktteilnehmer sagte, Übernahmen könnten zu einem notwendigen Abbau der Überkapazitäten in der Branche führen.

Die Talfahrt des Vortages setzten die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care fort. Der Kurs verringerte sich um knapp fünf Prozent auf 62,09 Euro, nachdem das Papier bereits am Mittwoch wegen Rückstellungen im Millionenhöhe für Rechtsstreitigkeiten in den USA 4,2 % eingebüßt hatte. Analysten sagten, die Kommunikationspolitik des Unternehmens habe die Anleger enttäuscht. "Die Analystenkonferenz gestern hat nicht alle Investoren zufrieden gestellt, was Fragen im Hinblick auf die Rückstellungen angeht", sagte Christine Dienhart, Analystin bei der Hypovereinsbank in London. Zudem habe das Unternehmen keinen Ausblick für 2002 gegeben. "Die Investoren warten darauf, denn ohne Ausblick kann man nichts anfangen", fügte sie hinzu.

Im MDax gaben die Aktien von Merck um mehr als zehn Prozent auf 31,78 Euro nach. Der Pharmakonzern hat im abgelaufenen Quartal weniger verdient als von Analysten erwartet und auf Grund des Ablaufs eines Patentes für 2002 einen Umsatzrückgang vorhergesagt.

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