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Focus Digital hat keine Angst vor rauem Börsenklima

Der Internet-Anbieter Focus Digital AG will mit dem für Sommer geplanten Börsengang das Wachstum der neuen Plattform Netguide vorantreiben.

Reuters MÜNCHEN. Vorstandschef Jörg Bueroße sagte am Montag in München, der Großteil des Emissionserlöses werde in das Portal Netguide investiert, das innerhalb der kommenden Monate in den Testbetrieb gehe. Aufsichtsratschef Helmut Markwort sagte, trotz eines möglicherweise ungünstigen Börsenumfeldes werde nicht an eine Verschiebung der Notierung gedacht. Focus Digital sei kein Randwert, sondern werde ein führendes Unternehmen des Neuen Marktes.
In den vergangenen Wochen hatten Anbieter wie GMX, Hyperwave oder Letsbuyit.com ihren Börsengang verschoben.

Bueroße sagte, Focus Digital decke mit dem Nachrichten- und Informationsangebot Focus Online, dem neuen Portal sowie den interaktiven Marketing- und Produktionsgesellschaften IAC und ICP die gesamte Wertschöpfungskette fürs Internet ab. Der Umsatz sei derzeit gleichmäßig auf Werbung und Vermarktung auf der einen sowie technische Dienstleistungen auf der anderen Seite verteilt. In drei bis vier Jahren werde knapp die Hälfte des Umsatzes durch elektronischen Handel (e-commerce) erlöst, rund 30 % entfielen dann voraussichtlich auf Online-Werbung.



Viel Umsatz außerhalb des Konzerns Der Hauptteil des Umsatzes wird nach Unternehmensangaben mit externen Kunden außerhalb des größten Anteilseigners Burda erzielt. "Wir hängen nicht am Tropf der Burda Medien", sagte Finanzvorstand Lars Schneider.

Als Portal solle Netguide thematisch wesentlich breiter aufgestellt werden als Focus online. Ziel sei es, den Nutzern zu bestimmten Themen nicht nur Verbindungen zu anderen Seiten, sondern selbst aufbereitete Informationen in Echtzeit zu bieten. Die technologische Ausrüstung solle auch neue Übertragungswege wie auf TV oder Bildschirm-Telefon erlauben. "Wir wollen nicht das 475. Portal sein." Die Marktführerschaft von Focus Online werde genutzt, um das neue Angebot bekannt zu machen.

Focus Digital erzielte 1999 den Angaben zufolge bei einem konsolidierten Umsatz von 16,2 Mill. DM ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 200 000 DM. Angesichts von Belastungen durch Investitionen werde im laufenden Jahr mit einem Verlust gerechnet. Nach dem Börsengang sollen 21,2 % der Anteile frei gehandelt werden, sagte Markwort, der zugleich Chefredakteur des Magazins "Focus" ist. Der Burda-Konzern bleibe mit 52,3 % Mehrheitsgesellschafter. Angeboten würden 4,8 Mill. Stammaktien zum Nennwert von einem Euro sowie eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 340 000 Aktien. Konsortialführer sei die DG Bank. Eine Platzierung in den USA werde derzeit nicht ausgeschlossen, eine Zweinotierung sei jedoch nicht geplant.

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