Förderungen von Land und Bund
Infineon holt Sachsen bei Chip-Werk ins Boot

Der Freistaat Sachsen und M+W Zander beteiligen sich an der neuen Halbleiter-Fabrik von Infineon.

Reuters DRESDEN. Infineon-Chef Ulrich Schumacher sagte bei der Grundsteinlegung am Dienstag in Dresden, das Land werde sich über die Leipziger Messe mittelbar mit 115 Mill. Euro und die Jenoptik-Tochter M+W Zander mit 50 Mill. Euro an der Infineon Technologies SC300 GmbH & Co. KG in Dresden beteiligen. Dies entspreche einem Anteil von neun und vier Prozent am Unternehmenswert.

An dem Festakt nahmen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) teil. Die Stuttgarter M+W Zander, Spezialist für die Ausrüstung von Halbleiterwerken, fungiert zugleich als Generalunternehmer für das Projekt. In den kommenden drei Jahren will der achtgrößte Halbleiterhersteller der Welt 1,1 Mrd. Euro in die neue Fertigungslinie investieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Projekt nach Angaben Schumachers mit fast 125 Mill. Euro, das Land mit über 60 Mill. Euro gefördert. Infineon selbst habe 500 Mill. Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt. Von der Produktion von Speicherchips auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben verspricht sich Infineon einen Kostenvorteil von 30 bis 40 % gegenüber Mitbewerbern. Schumacher sagte, das neue Fertigungsmodul bedeute einen Wettbewerbsvorsprung von 15 Monaten. "Und das ist in unserer Branche fast eine Ewigkeit", sagte er. Die Ablösung der 200 Millimeter großen so genannten "Wafer" durch die neue Technologie soll die Chip-Ausbeute verzweieinhalbfachen. In gleichem Maße nimmt die Produktionskapazität in Dresden zu. Das neue Werk sichere Infineon "langfristig einen enormen Produktivitätsschub über die Konjunkturzyklen hinaus", sagte Schumacher.

Die Produktion nach der zusammen mit Motorola in Dresden entwickelten Technologie soll im Sommer nächsten Jahres anlaufen, die Massenfertigung beginnt nach Infineon-Plänen im Frühjahr 2002. Ende 2002 sollen in Dresden 6000 Wafer pro Woche entstehen. In dem neuen Werk, das in unmittelbarer Nähe des bestehenden Infineon-Werks entsteht, will der Halbleiterkonzern 1100 Arbeitsplätze schaffen. Infineon gehört zu 71 Prozen zur Siemens AG, 29 % waren im März an die Börse gebracht worden. Um die 300-Millimeter-Fertifgung hatten sich mehrere Infineon-Standorte beworben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%