Fokker in Berlin notgelandet
Absturz in Luxemburg noch rätselhaft

Eine Woche nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs in Luxemburg ist die Ursache für den Ausfall der Motoren der Fokker 50 noch unklar. Die zivile Luftfahrtbehörde in Paris habe am Dienstag nach einem Feiertag die Auswertung der Flugschreiber fortgesetzt, teilte der luxemburgische Oberstaatsanwalt, Robert Biever, mit. 20 Menschen, darunter 15 Deutsche, waren am vergangenen Mittwoch ums Leben gekommen.

HB/dpa LUXEMBURG/BERLIN. Nach dem Absturz der Luxair-Maschine und dem Absturz einer Fokker 27 am Montag auf den Philippinen ereignete sich der dritter Vorfall mit einer Fokker-Maschine binnen einer Woche am Montagabend in Berlin. Eine Frachtmaschine vom Typ Fokker 27 der Gesellschaft Farnair ist auf dem Flughafen Tempelhof zehn Minuten nach dem Start notgelandet. Verletzt wurde hierbei niemand. Als Grund nannte ein Sprecher Rauchentwicklung im Cockpit.

Die Pilotenvereinigung Cockpit hält die Häufung der Zwischenfälle mit Fokker-Maschinen für vermutlich zufällig. Er glaube nicht, dass etwa zwischen den Abstürzen in Luxemburg und Manila ein Zusammenhang bestehe, sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern am Dienstag in Frankfurt. Die Fokker 27 und 50 seien eigentlich zuverlässige Flugzeuge, auch die Motoren hätten sich über Jahre bewährt. Die Fluggesellschaft Luxair sieht keinen Anlass, ihre drei Fokker- Flugzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. "Ein entsprechender Aufruf müsste vom Hersteller kommen", sagte Luxair-Sprecher Paul Greis. Die drei Fokker 50 würden ständig auf ihre Flugsicherheit überprüft. Bei der Fokker 27 handelt es sich um das Vorgängermodell der Fokker 50.

Nach dem Luxemburger Absturz sollen der 27-jährige Pilot und ein 36-jähriger französischer Passagier, die den Unfall überlebten, vernommen werden, sobald es ihnen besser gehe, sagte Biever. Nach Informationen des Krankenhauses liegt der Pilot noch immer auf der Intensivstation in einem künstlichen Koma. Sein Gesundheitszustand stabilisiere sich. Der 36 Jahre alte Passagier könne zeitweise das Bett verlassen, sei jedoch traumatisiert.

Der Opfer der größten Katastrophe in der Luxemburger Luftfahrt soll am Mittwoch auch in der Gedächtniskirche in Berlin gedacht werden. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und sein Luxemburger Kollege Henri Grethen haben ihre Teilnahme an der Trauerfeier angekündigt. Die Leichen der 15 Deutschen waren am Wochenende nach Deutschland übergeführt worden.

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