Fokussierung auf Lebens-Rückversicherungsgeschäft
Gerling gibt Schaden- und Unfallgeschäft auf

Die Rückversicherungsgruppe des angeschlagenen Gerling-Konzerns wird nach eigenen Angaben ihr Nicht-Lebens-Rückversicherungsgeschäft abwickeln.

Reuters FRANKFURT. Die Gerling-Konzern Globale Rückversicherungs AG (GKG) habe beschlossen, das weltweite Lebens-Rückversicherungsgeschäft in einer neuen Gesellschaft namens Gerling Life Reinsurance GmbH zu bündeln, teilte der Rückversicherer am Montag mit. Das Nicht-Lebens-Rückversicherungsgeschäft, also das Schaden- und Unfallgeschäft, werde abgewickelt. Die bestehenden Vertragsverpflichtungen würden ordnungsgemäß erfüllt, es werde aber kein Neugeschäft mehr gezeichnet.

Die Gerling Life Reinsurance mit Sitz in Köln werde das profitable Lebens-Rückversicherungsgeschäft der Gerling Rückgruppe weltweit weiter betreiben und erwarte für 2002 ein Prämienvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro, erklärte der Konzern. Das Prämienvolumen der GKG im Nicht-Lebens-Rückversicherungsgeschäft werde sich im Jahr 2002 auf rund 4,5 Milliarden Euro belaufen.

Die Abwicklung der Sparten war nach Aussagen von Konzernchef Heinrich Focke vom Freitag erwartet worden. Das Schaden und Unfallgeschäft macht rund 75 Prozent des Prämienvolumens der defizitären GKG aus.

Experten gehen davon aus, dass das Lebens-Rückversicherungsgeschäft entweder von Gerling selbst weiter geführt oder verkauft werden soll. Ein Gerling-Sprecher hatte zuletzt gesagt, für das schwarze Zahlen schreibende Lebens-Rückgeschäft gebe es von dritter Seite Seite weiterhin hohes Interesse. Unter anderem hatte die Hannover Rück in der Vergangenheit Interesse an der Sparte angemeldet.

Nach Verlusten im Rückversicherungsgeschäft von 583 Millionen Euro im vergangenen Jahr sucht Gerling einen finanzstarken Partner für GKG sowie einen neuen Eigentümer für den Konzern. Eine Lösung im Rückversicherungsgeschäft gilt dabei als Voraussetzung dafür, neue Eigentümer für den Konzern zu finden. Am Kölner Gerling-Konzern hält Rolf Gerling noch 65,5 Prozent, die Deutsche Bank ist mit 34,5 Prozent beteiligt.

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