Folge der Kursverluste
Firmen suchen Alternativen zu wertlosen Aktienoptionen

Angesichts der Kursrückgänge für Hochtechnologie-Titel bessern einige der am Neuen Markt notierten Unternehmen die Konditionen ihrer Aktienoptionspläne nach. So ist etwa der Augsburger Softwareanbieter CPU momentan auf der Suche nach einem Optionsplan, der vom Börsenkurs unabhängig ist. Als alternative Bezugsgrößen sind Umsatzzuwachs oder langfristige interne Kennzahlen im Gespräch.

DÜSSELDORF. Der Finanzsoftware Brokat AG-Spezialist aus Stuttgart will neue Optionspläne am aktuellen Kursniveau orientieren. Großunternehmen wie Daimler Chrysler - oder SAP wollen ihre Aktienoptionsprogramme bislang hingegen nicht revidieren.

Die Baisse vor allem bei High-Tech-Aktien hat einen Großteil der so genannten Stock-Options für die Führungskräfte weitgehend wertlos gemacht, da die Ausübung der Optionen an einen bestimmten Kurs gekoppelt ist.

Während sich in Deutschland offenbar in erster Linie Unternehmensneugründungen und High- Tech-Schmieden um Ersatz für die Optionen bemühen, handeln US-Unternehmen derzeit auf breiter Front die Konditionen neu aus - oder offerieren Alternativen zu herkömmlichen Optionsplänen.

Microsoft ging in den USA den konsequentesten Weg. Bereits kurz vor Weihnachten kündigte der Software-Riese an, den Sockelbetrag der Gehälter zu erhöhen und dafür den Anteil der Aktienoptionen zurückzufahren. Damit zeichnet sich ab, dass sich die Vergütungspraktiken in der New Economy denen der Old Economy angleichen. Microsoft will offenbar einem drohenden Mitarbeiterschwund entgegensteuern.

Angespannte Personalsituation

Hintergrund der Bereitschaft vor allem der am Neuen Markt notierten Unternehmen, die Konditionen ihrer Aktienoptionsprogramme zu ändern, ist ebenfalls die vielerorts angespannte Personalsituation. Aktienoptionen galten als das wirksamste Lockmittel der Branche, um qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Der noch vor wenigen Monaten attraktive Teil der in den New-Economy-Firmen üblichen Vergütung aber hat nach den jüngsten Kursstürzen seinen Reiz verloren.

Bei Mitarbeitern waren die Aktienoptionen ohnehin eher unbeliebt. Dies ist die Erfahrung der Unternehmensberatung Hewitt Associates in Wiesbaden, die vor allem die Situation in den USA beobachtet hat. Ihrer Ansicht nach wird die New Economy ihre Praxis, geringe Basisgehälter und hohe variable Gehaltsanteile in Form von Aktienoptionen zu zahlen, nicht mehr lange durchhalten. Nach Ansicht der stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft DAG, Ursula Konitzer, haben sich viele Beschäftigte der New-Economy-Firmen per Einzelvertrag ohnehin "über den Tisch ziehen lassen". Wenn variable Gehaltsanteile einen großen Teil der Gesamtvergütung ausmachten, könne ein Arbeitnehmer finanziell in die Klemme geraten.

Analyse: Aktienoptionen verlieren an Bedeutung
Kommentar: Lockmittel gesucht

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