Folge des Exports von Tiermehl
UNO: Wahrscheinlich auch außerhalb Europas BSE-Fälle

Das Verbreitungsgebiet der Rinderseuche BSE ist nach Einschätzung der UNO höchst wahrscheinlich nicht auf Europa beschränkt. Durch Tiermehlexporte seien Verbraucher weltweit gefährdet.

rtr ROM. Das Verbreitungsgebiet der Rinderseuche BSE ist nach Einschätzung der UNO höchst wahrscheinlich nicht auf die Europäischen Union (EU) und die Schweiz beschränkt. Der Nahe Osten, Osteuropa, Nordafrika und Indien seien dabei am stärksten gefährdet, teilten Vertreter der UNO-Welternährungsorganisation FAO am Donnerstag in Rom mit. In diese Regionen sei in größerem Umfang Tiermehl aus Großbritannien und anderen Ländern importiert worden, in denen BSE-Fälle aufgetreten seien. Die Europäische Kommission hat derweil klargestellt, dass nationale Hilfsprogramme für die von der BSE-Krise betroffenen Bauern in Brüssel zur Genehmigung vorgelegt werden müssen.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass es außerhalb der EU auch BSE-Fälle gibt", sagte der für Futtermittel zuständige FAO-Mitarbeiter Andrew Speedy. Alle Staaten, die seit den 80er Jahren Tiermehl aus mittlerweile von BSE befallenen Regionen eingeführt hätten, seien besonders gefährdet. Der bei der FAO für Tierproduktion und Gesundheit zuständige Direktor Samuel Jutzi sagte, um sicher zu gehen, sollten die gefährdeten Staaten über ein Verbot der Einfuhr von Tiermehl nachdenken.

Die Europäische Union (EU) hat die Verwendung von Tiermehl vorerst verboten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch Tiermehl der BSE-Erreger übertragen wird, der im Verdacht steht, beim Menschen die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen.

Ein Sprecher von EU-Agrarkommissar Franz Fischler sagte in Brüssel, Programme zur Unterstützung der von der BSE-Krise betroffenen Bauern müssten bei der EU-Kommission angemeldet werden. Sie dürften vor allem nicht wettbewerbsverzerrend sein. Bislang liege aber aus keinem Mitgliedsland eine Anmeldung vor. Niedersachsen hatte ein Hilfsprogramm in einer Höhe von zehn Millionen Mark angekündigt. Danach sollen Rindermäster finanzielle Hilfen erhalten. In Diplomatenkreisen hieß es, man gehe davon aus, dass sich die Kommission mit einer Billigung "sehr schwer tun" werde.

Auf Ebene der Europäischen Union hatte Haushaltskommissarin Michaele Schreyer bereits einen Nachtragshaushalt in einer Höhe von 971 Millionen Euro für BSE-Kosten angekündigt. Diese Summe soll unter anderem für Ausgleichszahlungen an die Bauern für die Tötung von rund zwei Millionen Rinder in der EU aufgebracht werden, durch die der Rindfleischmarkt gestützt werden soll. Sollten die Kosten über diese Summe hinaus steigen, müssten Gelder aus anderen Bereichen umgeleitet werden.

In Belgien wurde unterdessen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Brüssel der dritte BSE-Fall in diesem Monat festgestellt. Insgesamt erhöht sich die Zahl der BSE-Fälle in Belgien damit auf 22.

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