Folge nach Absatzrückgang
Mitsubishi Motors erwägt Schließung eines Hauptwerks

Der japanische Daimler-Chrysler-Partner will nach Informationen japanischer Medien eines seiner drei Hauptwerke in Japan schließen.

dpa TOKIO. Der japanische Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors erwägt nach Informationen japanischer Medien die Schließung eines seiner drei Hauptwerke in Japan. Hintergrund sei ein deutlicher Absatzrückgang in Folge des Skandals um die jahrzehntelange Vertuschung von Kundenbeschwerden über technische Defekte. Eine Sprecherin des hoch verschuldeten Konzerns dementierte die Berichte jedoch am Dienstag. Überlegt werde nur, die Arbeit in dem Werk Oe in der Industriestadt Nagoya vorübergehend auszusetzen.

Das 80 Jahre alte Werk solle während dieser Zeit für die Produktion des gemeinsam mit Daimler-Chrysler entwickelten Kleinwagens mit dem Projektnamen "Z-Car" umgerüstet werden, sagte die Sprecherin, ohne aber einen Zeitrahmen zu nennen. Japanische Medien wollen jedoch aus Unternehmenskreisen erfahren haben, dass dieser Plan inzwischen gekippt wurde. Vielmehr werde jetzt eine vollständige Schließung des Werkes zum Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 (31. März) erwogen.



Aufstockung der Auslandsproduktion

In dem Werk seien im vergangenen Geschäftsjahr mit 2 600 Mitarbeitern rund 180 000 Autos gefertigt worden, was 20 % der gesamten Inlandsproduktion entspreche, wie die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" in ihrer Abendausgabe berichtete. Die beiden anderen Hauptwerke von Mitsubishi reichten jedoch für die Inlandsnachfrage aus. Zudem plane das Unternehmen langfristig eine Aufstockung der Auslandsproduktion. Mitsubishi Motors erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Rekordverlust von 140 Mrd. Yen (2,7 Mrd. DM). Doch hoffe man, durch Konsolidierung der Werke im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben zu können.

Vor einer endgültigen Entscheidung solle der Schließungsplan jedoch zunächst mit DaimlerChrysler beraten werden, hieß es in anderen Berichten. Sollte das Werk wie erwartet geschlossen werden, würden die Beschäftigten in andere Werke oder Abteilungen versetzt beziehungsweise Frühpensionierungsprogramme angeboten bekommen. Ende März will der Autobauer einen neuen Umstrukturierungsplan vorlegen. Derzeit fertigt Mitsubishi Motors in dem betreffenden Werk in Nagoya den Diamante Sedan, den Pajero iO und den Proudia Luxury Sedan.

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