Folgen des Rückschlags aber weiter unklar
Wall Street: Märkte erholen sich

Die US-Märkte haben sich zur Mittagsstunde von ihren morgendlichen Tiefstständen gelöst und notieren uneinheitlich. Der Dow Jones Index verliert zur Stunde 25 Punkte, was einem Wertverlust von 0,3 % entspricht. Das Börsenbarometer der dreißig US-Standardwerte notiert bei 9 093 Punkten. Der technologie-orientierte Nasdaq Index hat sich leicht ins Plus schleppen können. Zur Stunde hat der Index 1,8 Punkte oder 0,1 % zugelegt und handelt um 1607  Punkte.

wsc NEW YORK. Der Handel zum Wochenauftakt ist so schwer zu deuten, wie es Analysten bereits am Morgen erwartet hatten. Bei extrem schwachem Volumen - in den USA ist Columbus Day - können sich Marktbeobachter nicht einigen, welche Konsequenzen die Vergeltungsschlägen Amerikas gegen die Taliban auf den Markt haben. Zur Mittagsstunde überwiegen Angst und Unsicherheit. Als kurz vor Mittag die zweite Angriffswelle begann, gaben die beiden wichtigsten Börsenbarometer noch einmal leicht nach. Allerdings geben optimistisch gestimmte Händlern zu bedenken, dass der Markt in den vergangenen vier Wochen schon erstaunlich viele schlechte Nachrichten verkraftet hat. Eine Rede von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Nachmittag wird mit Spannung erwartet.

Zum Wochenauftakt gehören die Papiere der Anbieter von Sicherheitssystemen zu den großen Gewinnern. Seit den Terrorangriffen auf World Trade Center und Pentagon am 11. September hat der Sektor mehr an Wert zugelegt als jede andere Branche. Einige Unternehmen konnten ihren Börsenwert verdoppeln oder verdreifachen, Visage Technology legte sogar um 427 % zu. Das Unternehmen hat eine Gesichtserkennung entwickelt, die als Sicherheitssystem zum Beispiel an Flughäfen eingesetzt werden soll. Mittels Überwachungskameras und einer Personenerkennungssoftware sollen Verdächtige und Kriminelle aus schwer überschaubaren Menschenmassen gefiltert werden. Zur Stunde notiert das Papier erneut mit 22 % im Plus, die Mitbewerber Visionics, Osi Systems , Magal und Invision legen am frühen Morgen jeweils zwischen zehn und 16 % zu.

Im grünen Bereich notieren zur Stunde auch die Rüstungskonzerne, die schon seit den Attacken satte Gewinne verbuchen konnten. Northrop Grumman hat seit dem 11. September 32 % an Wert zugelegt, die Papiere von Lockheed Martin und General Dynamics legten im gleichen Zeitraum etwa 25 %, Newport News Shipbuilding um 12% zu. Alle Papiere notieren auch zum Wochenauftakt im grünen Terrain. Auch Boeing kann sich zu Mittag von frühen Verlusten erholen, habe aber, so Analysten, langfristig den schwersten Stand. Das Unternehmen leidet unter der schwachen Nachfrage nach Flugzeugen für den zivilen Luftverkehr. Boeing-Chef Philip Condit selbst hatte am Wochenende "bis zu 50% der US-Airlines" einen drohenden Bankrott prophezeit. Boeing gewinnt im Handel 3,7% und notiert bei 37,60 $.

Von Verlusten am frühen Morgen können sich zur Stunde auch die Big Caps erholen. Zwar hatten Analysten die Computerhersteller kritisch bewertet, doch sowohl Dell als auch Gateway notieren im Plus. Microsoft verzeichnet leichte Gewinne - offensichtlich haben die langfristig günstigen Prognosen von Morgan Stanley die Anleger stärker beeindruckt als die kurzfristig schwachen. Die Analysten prophezeien dem Software-Riesen aus Seattle bei unsicheren Ergebnissen für 2001 und 2002 "langfristig wieder ein gesundes Wachstum", das aber nicht an das "Turbo-Wachstum" der Neunzigerjahre reichen werde.

Zu den größten Verlieren gehören am Montag die Brauereien. Schon seit den Anschlägen des 11. September verzeichnen Restaurants und Kneipen in den USA rückläufige Gästezahlen. Die Vergeltungsschläge der USA und der damit eröffnete "Krieg gegen den Terrorismus" werden die Situation eher verschärfen als verschlechtern, befürchten unter anderem die Analysten der Deutsche Bank Alex Brown sowie UBS Warburg. Beide Häuser stufen den Branchenprimus Anheuser Busch ab. Der Bud-Brauer verliert zur Stunde 6 % an Wert.

Schwach notieren am Montagmittag erneut die Finanztitel. Die Banken notieren zwei bis 3,5 % im Minus, den Brokerhäusern geht es am Montag nicht viel besser. Der ganze Sektor zeigt ins rote Terrain.

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