Fonds-Analyse
Medienfonds enthalten oftmals Telekomtitel

Neben AOL und Viacom setzen die Fondsmanager auch auf Ericsson oder Nokia. So beschränken sich die Risiken nicht auf die Medien - und ein genauer Blick lohnt. Analysten haben sich auch ausgiebig mit AOL Time Warner beschäftigt.

pk/qdt/ Handelsblatt DÜSSEKDORF. Wer sich dem Risiko von Einzeltiteln entziehen will, wird schnell feststellen, dass die Auswahl an reinen Medienfonds bei den Anlagegesellschaften gar nicht so groß ist. Wie die Tabelle von Standard & Poor?s zeigt, lassen sich die Angebote, die für deutsche Anleger ohne größere Umwege erreichbar sind, an zwei Händen abzählen. Und selbst bei dieser Liste lohnt sich genaueres Hinsehen, denn in vielen Fonds sind auch Telekommunikationswerte beigemischt oder aber Titel, die man nur entfernt mit Medien verbindet. Im Santander Multimedia finden sich unter den größten Posten beispielsweise Ericsson, Nokia und Dell Computer, im APM TeleMedia A gehören zu den Favoriten zahlreiche Telefongesellschaften wie Vodafone oder NTT.

Auch der M&G Global Media & Communications Fund ist kein reinrassiger Medienfonds, allerdings hält Fondsmanager Aled Smith beispielsweise an AOL Time Warner trotz der zuletzt negativen Presse für den Medienkonzern fest. Der Abschreibungsbedarf bei AOL resultiere aus geänderten Bilanzierungsregeln und zehre nicht an der Liquiditätsausstattung, an der Bewertung des Unternehmens ändere sich dadurch nichts. Die alte Faustregel bei Investitionen in Medienwerte laute, so Smith, bei schlechten Nachrichten zu kaufen, solange man das Geschäftsmodell für intakt hält. Bei der aktuellen Bewertung gehe der Markt von einer Kapitalrendite von lediglich fünf Prozent und einem ebensolchen Umsatzwachstum für AOL aus. Im Vergleich dazu seien es bei Disney acht Prozent, bei Vivendi zehn Prozent und bei Viacom 15 Prozent. Jetzt sollte man AOL im Portfolio haben, meint Smith.

Dieser Ansicht sind offensichtlich auch Arlene Glennan und Scott Lewis, Fondsmanager des im Sechsmonats- und Einjahresvergleich erfolgreichsten Medienfonds, des CS EF (Lux) Global Media. Denn ihre größte Position mit 10,13 Prozent ist immer noch AOL, allerdings dicht gefolgt von Viacom mit 10,05 Prozent, und an dritter Stelle steht mit 6,48 Prozent Walt Disney. Der in der Rangliste auf Platz drei positionierte Medienfonds der UBS Asset Management hat übrigens exakt dieselbe Reihenfolge der Titelschwergewichte, allerdings mit einem Anteil von 9,7 Prozent für AOL, von 9,3 Prozent für Viacom und von 8,3 Prozent für Walt Disney - eine andere Gewichtung, die dem Anleger im Betrachtungszeitraum etwas weniger eingebracht hat.

In diesem Jahr dürfte sich ein Engagement in Medientitel auszahlen, meinen die Analysten von Goldman Sachs. Ihrer Einschätzung nach werden die Titel den Markt outperformen, nachdem sie 2001 unter Herabstufungen zu leiden hatten.

Für Smith gibt es im Mediensektor derzeit durchaus gute Kaufgelegenheiten. Dabei müsse man aber manchmal den Bereich der bekannten Namen verlassen. Im Bildungssektor denke der Anleger traditionellerweise an große Verlagshäuser wie Pearson und McGraw Hill, aber die vier dominierenden Lehrbuchverlage deckten nur einen Teil des Bildungsmarktes in den USA ab. Abseits der bekannten Namen böten sich besondere Chancen, was Smith an zwei Werten in seinem Portfolio verdeutlicht. Man sei sowohl an Sylvan Learning als auch an Education Management beteiligt. Beide Unternehmen hätten eine Marktkapitalisierung zwischen einer Milliarde und 1,5 Milliarden Dollar und operierten zudem in Wachstumssegmenten des Bildungsmarktes.

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