Fonds für Rohstoffaktien
Krisenfeste Anlage: Gold und Rohstoffe

Die Fonds für Rohstoffaktien haben den Börsenabschwung mit Energie- und Bergbauwerten gut überstanden. Jetzt rücken auch andere Titel in den Fokus.

Im vergangenen Jahr war es der Run auf die Gold-Mark, in diesem Jahr geraten die ersten Euro-Goldmünzen ins Visier der Sammler. In Erwartung einer hohen Nachfrage werden die Stücke von der staatlichen Verkaufsstelle in Bad Homburg zugeteilt und verlost. Obwohl die Auslieferung erst Ende Mai beginnt, werden im Internet schon über 300 Euro geboten bei einem offiziellen Ausgabepreis von 193 Euro je Münze.

Aber nicht nur die Sammler zieht das Edelmetall an, auch an der Börse sonnen sich Goldaktien in neuem Glanz. Auch die Energiewerte können sich gut behaupten. Rohstofffonds sehen daher klar besser aus als die arg gebeutelten Technologiefonds. Aber selbst in diesem relativ kleinen Segment gibt es die unterschiedlichsten Anlagestrategien.

Der Fondiro der Investmentgesellschaft Adig ist ein Beispiel für eine starke Fokussierung. Fondsmanager Carsten Roemheld hat 75 Prozent der Mittel in den Metallsektor investiert, der Rest verteilt sich auf Holzverarbeiter und Papierhersteller. Energieaktien sind per Definition ausgeschlossen. Vor allem bei den Edelmetallen sei man übergewichtet, schon Ende 2001 wurden etwa Newmont Mining und Anglo American Platinum zugekauft. Das hat dem Fonds im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von knapp 14 Prozent beschert. Roemheld glaubt zwar nicht, dass sich die Aufwärtsbewegung beim Goldpreis unvermindert fortsetzt - eher sei eine Handelsspanne von 290 bis 320 Dollar je Unze wahrscheinlich. Andererseits könnte der Markt von einer zunehmenden Dollarschwäche neue Impulse erhalten.

Eine Ausweichmöglichkeit innerhalb der Metalle sind laut Roemheld die zuletzt unterdurchschnittlich gelaufenen Aluminiumtitel. Gegenüber dem US-Branchenprimus Alcoa bevorzuge er aber das kanadische Unternehmen Alcan, dass in Europa durch die Übernahme von Alusuisse im Jahr 2000 für Schlagzeilen sorgte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,3 für 2003 sei Alcan günstig bewertet. Aktien aus den Bereichen Holz und Papier hält Roemheld ebenfalls für chancenreich, vor allem, wenn sich Anzeichen für ein Anspringen der Konjunktur häufen. Dabei setzt er mehr auf Europa, die finnischen Unternehmen Stora Enso und UPM Kymmene arbeiteten heute effizienter als die US-Konkurrenten. "Die beiden Titel sind schon sehr ordentlich gelaufen, gleichwohl sind die Bewertungen noch nicht angespannt", glaubt der Adig-Manager.

Norbert Faller, Fondsmanager des UniSector Basic Industries, hat ein breiteres Anlagespektrum und setzt rund die Hälfte des Kapitals auf den Energiesektor. Dabei gefallen ihm insbesondere die Ausrüster, während die Ölgesellschaften wie Exxon eher untergewichtet sind. Zu den Ausrüstern sagt er: "Wir glauben, dass es bei Preisen von über 22 Dollar je Barrel interessant wird, weil dann mit neuen Bohrungen und Pipelines zu rechnen ist." Vom Vermessen neuer Ölfelder oder Probebohrungen profitierten beispielsweise die französische Geophysique, Saipem aus Italien oder der US-Konzern Schlumberger.

Fondsmanager sieht Gold weiter auf hohem Niveau

Zu den Minenaktien im Fonds zählen Placer Dome, Barrick Gold und Agnico Eagle Mines. In der Spitze habe der Fonds rund zwölf Prozent in Minenaktien gehalten, nach Gewinnrealisierungen sei es jetzt wieder weniger. Trotzdem gebe es weiterhin fundamentale Gründe dafür, dass sich der Goldpreis zumindest auf dem erreichten Niveau stabilisiert. "Die fahrplanmäßigen Verkäufe der Zentralbanken bis zum Jahr 2004, nachlassende Sicherungsverkäufe der Minengesellschaften an den Terminbörsen und die starke physische Nachfrage aus Japan sprechen weiter für Gold", sagt Faller.

Die ganze Rohstoffpalette deckt auch der Geotech-Fonds der Hypo-Vereinsbank-Tochter Activest ab, wobei Fondsmanager Johann Fürstenberger Anfang April bei einem Barrelpreis von 28 Dollar anfing, Positionen im Energiesektor aufzulösen und die Mittel teils in den Metallsektor zu lenken. Historisch hätten sich Ölaktien immer bei Preisen unter 15 Dollar oder über 30 Dollar besser als der Gesamtmarkt geschlagen. Rechne man die "Kriegsprämie" von rund 6,50 Dollar für die Lage im Nahen Osten und dem Irak ab, so liege der fundamental gerechtfertige Barrelpreis jetzt aber bei etwa 22 Dollar - ein neutraler Bereich für Öltitel. Unter den Minenaktien hätten vor allem die Platinproduzenten wie Lonmin oder Impala Platinum zur Wertentwicklung beigetragen, zuletzt habe man hier aber vereinzelt schon Gewinne mitgenommen. Die Goldrally ist für Fürstenberger noch nicht zu Ende, größeren Widerstand sieht er erst bei Unzenpreisen von 335 bis 340 Dollar. "Die Konsolidierung im Goldsektor geht weiter, vor allem die südafrikanische Anglogold sucht wegen der günstigeren Förderkosten nach Übernahmezielen auf anderen Kontinenten", sagt der Rohstoffexperte.

Platin - "optimistisch gestimmt"

Eine andere Strategie verfolgt Graham French, Manager des M&G Global Basics Fund. Die Goldminenaktien hätten jetzt schon einen Unzenpreis von mindestens 340 Dollar vorweggenommen, deshalb habe man in die Aufwärtsbewegung hinein Stücke abgegeben und werde dies bei weiteren Kurssteigerungen wiederholen. Anders bei Platin: "Wir bleiben hier angesichts der Nachfragsituation optimistisch gestimmt, langfristig ist die Story intakt." Platin kommt in der Kfz-Industrie für Katalysatoren zum Einsatz, ein weiterer Abnehmer ist die Schmuckbranche. Anders als die bisher genannten Fonds ist der M&G Global Basics auch in klassischen Industriewerten engagiert, etwa bei Ford Motor, Siemens und Rolls-Royce. "Die Diversifikation macht uns weniger abhängig vom Rohstoffzyklus", erläutert French.

In der Tat sind Rohstofffonds eine Art Frühindikator. Sie entwickeln sich in auslaufenden Rezessionen besonders gut und sind auch in der Frühphase einer Konjunkturerholung noch attraktiv. Kommt die Wirtschaft aber richtig in Schwung, gibt es lohnendere Anlagen.

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