Fonds mit Aktien-Charme
Börsengehandelte Indexfonds werden immer populärer

Der europäische Markt für börsengehandelte Indexfonds ("Exchange Traded Funds", kurz ETF) steckt zwar noch in den Kinderschuhen. Er dürfte jedoch vor einer großen Zukunft stehen - das suggeriert der Blick nach Amerika.

ina LONDON. In dieser Einschätzung zeigten viele Redner am zweiten Tag einer ETF-Konferenz in London Übereinstimmung. Organisatoren der Veranstaltung waren der Finanzausbilder F. T. Knowledge und die amerikanische Consultingfirma QED International. Eine zweite Auflage der Konferenz folgt am Donnerstag und Freitag in Frankfurt.

Die aktuellen Probleme der so genannten "Leaders" (LDRS) beschrieb Robert Champney von Merrill Lynch. Er gab allerdings gleichzeitig seinem Optimismus für die zukünftigen Entwicklungschancen Ausdruck. Unter dem Markennamen Leaders hatte die Deutsche Börse im Frühjahr eine Handelsplattform für börsengehandelte Indexfonds in Frankfurt eröffnet. Seit wenigen Wochen werden die dort etablierten Produkte auch an der Schweizer Börse gehandelt. Allen ETF ist gemeinsam, dass sie als Indexfonds aufgelegt wurden, aber wie eine Aktie während der gesamten Börsenzeit handelbar sind.

Champney sieht in der fehlenden zentralen europäischen Handelsplattform für die Leaders ein Problem. Obwohl sie als Investmentfonds mit "EU-Pass" die Voraussetzungen für ein europaweites Angebot erfüllten, sehe die Praxis anders aus. Um eine europäische ETF-Initiative voranzubringen, seien unter anderem aufsichtsrechtliche Reformen und die Konzentration der Liquidität im Handel nötig.

Mit Blick auf den ersten Punkt fordert Champney eine vollständige Umsetzung der EU-Investmentrichtlinie sowie eine allgemein gültige Vorgabe für ETF-Produktstrukturen. Für eine Konzentration der Liquidität, die zu besserer Preisgestaltung führe, seien Zusammenschlüsse europäischer Börsen hilfreich.



Eine einzige europäische ETF-Börsenplattform

Auch die Bildung einer einzigen europäischen ETF-Börsenplattform wäre seiner Meinung nach eine Lösung. Als Vorbild könnte dabei die American Stock Exchange (Amex) in den USA dienen. Insgesamt äußerte sich Champney optimistisch. Selbst in den USA habe es fünf Jahre gedauert, bis diese Produkte einen Popularitätssprung erlebt hätten.

Richard Lacaille vom Vermögensverwalter State Street Global Advisors belegte diese Einschätzung mit Zahlen. Er beziffert das Volumen der weltweit in ETF angesammelten Gelder auf 60 Mrd. $ zur Jahresmitte, während der Vergleichswert vor fünf Jahren nur bei 1 Mrd. $ gelegen habe. Die Amex dominiert dieses Geschäft. Dort werden unter anderem so genannte "Spiders" gehandelt, die auf den US-Aktienindex S&P 500 basierenden ETF. Besonders erfolgreich waren in der jüngeren Vergangenheit die "QQQ" mit Indexbasis Nasdaq 100.

Eine ähnlich positive Entwicklung in Europa erwartet auch Simon Midgen vom Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI). Als treibende Kraft für die steigende ETF-Nachfrage macht er unter anderem die zunehmende Anlegerorientierung an Benchmarks aus. Midgen kündigte weitere Produkte auf Basis von MSCI-Indizes an, sowohl für den amerikanischen als auch für den europäischen Markt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%