Fonds unter der Lupe
BMW und Kurzläufer bringen Erfolg

Das Vermögen des Mischfonds Euro-Konzept von HSBC Trinkaus ist zum Großteil in kurz laufende Renten investiert. Außerdem setzt Fondsberater Baumann doppelt auf BMW - mit Anleihen und mit Aktien. Rückschläge an der Börse nutzt er zu Nachkäufen im kleinen Stil. Im Konkurrenzvergleich kann sich der Fonds sehen lassen.

FRANKFURT/M. "Ich bin ein Trader", sagt Hans-Dieter Baumann. "Mein Ziel ist es, mit einer Aktie zwischen fünf und zehn Prozent Gewinn zu machen - nach Spesen verbleibt ein Plus von 4,5 bis 9,5 Prozent, dann kann ich verkaufen", betont der Geschäftsführer der Vermögensverwaltersozietät Grossbötzl, Schmitz & Partner; als Berater entscheidet er über die Anlagepolitik des Euro-Konzept-Fonds von HSBC Trinkaus & Burkhardt. So zählt Baumann offenbar nicht zu den Managern von Mischfonds, die sicherheitsorientiert sind und gerne die Füße hochlegen. Dennoch hält er überwiegend Renten - und fährt damit die gleiche Strategie wie viele andere Kollegen, etwa auch Werner Schleber, der für Oppenheim den Mischfonds Spezial III betreut.

Das Fondsvolumen von rund 68 Millionen Euro hat Baumann zu 80 Prozent in Renten gesteckt, 5 Prozent entfallen auf Aktien, 15 Prozent auf Liquidität. Der Rentenanteil besteht überwiegend aus Kurzläufern und Floatern mit Laufzeiten unter einem Jahr. "Der Vorteil ist: Bei steigenden Zinsen und sinkenden Kursen am Anleihemarkt fallen die Kursverluste bei Kurzläufern vergleichsweise niedrig aus", erklärt Baumann. Seiner Meinung nach werden die Zinsen steigen. Der Hintergrund: Die Konjunktur werde noch etwa ein halbes Jahr lang schwächeln, dürfte sich danach aber fangen. Dann könnte ein möglicher Krieg im Irak vorbei sei - damit auch die psychologische Verunsicherung der Anleger. Der Konsum dürfte steigen und die Zinsen nach oben treiben.

Derzeit hält Baumann mit 55 Prozent der Rentenposition einen hohen Anteil an deutschen Staatsanleihen. Er vermeidet US-Bonds, weil er weiter mit einem schwachen Dollar rechnet. Dabei verweist der Finanzprofi, der die Vermögensverwaltung von Trinkaus & Burkhardt gegründet und 27 Jahre lang geleitet hat, hauptsächlich auf das hohe Leistungsbilanzdefizit der Amerikaner. Ferner hat er BMW-Anleihen im Depot. Baumann: "Die Bonität bei BMW ist über jeden Zweifel erhaben."

BMW taucht auch in seiner Aktienposition auf. Baumann setzt auf das "ausgezeichnete Management" des Unternehmens und weist auf das für 2003 niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,5 hin. Auch bei Beiersdorf-Aktien, die mit 1,8 Prozent am höchsten gewichtet sind, gefällt ihm die "exzellente Führung", auch wenn der Titel aktuell recht hoch bewertet sei. Kursphantasie biete zudem die Überlegung der Allianz, ihre Beiersdorf-Anteile zu verkaufen. Royal Dutch ist die dritte größere Aktienposition im Fonds, Baumann betont, für 2003 sei eine Dividendenrendite zwischen 4 und 5 Prozent zu erwarten. Zudem sei Royal Dutch einer der größten Gaserzeuger weltweit und habe gute Absatzchancen.

Baumann rechnet am Aktienmarkt weiterhin mit Rückschlägen, auch im Zusammenhang mit dem drohenden Krieg im Irak. "Ich kaufe daher aktuell nur im kleinen Stil zu", sagt er. Letzte Woche hat er "Werte, die am schlimmsten verhauen wurden", gekauft, darunter Allianz, Siemens und Nokia - mittlerweile hat er diese Aktien bereits wieder veräußert. An eine Trendwende in diesem Jahr glaubt er zwar, doch er sagt: "Ich bin mir nicht sicher, ob sie auf diesem Niveau kommt ober ob der Markt noch weiter fällt." Jedenfalls will Baumann nicht in größerem Stil einsteigen, bevor er deutliche Signale für eine Trendwende sieht.

Im letzten Jahr ist Baumann mit seinem Konzept übrigens gut gefahren, liegt er doch in den letzten zwölf Monaten auf Platz zwei einer Auswertung der Performance von 233 Konkurrenzfonds, die Feri-Trust erstellt hat (siehe Tabelle). Die Kosten des Fonds sind nicht besonders gering, entsprechen aber dem Durchschnitt: Für Anleger, die nicht bei Baumanns Vermögensverwaltungssozietät Kunden sind, fällt ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent plus einer Verwaltungsgebühr von 1,2 Prozent an. Kunden bei Grossbötzl, Schmitz & Partner müssen keinen Ausgabeaufschlag zahlen.

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