Fonds unter der Lupe
„Renovierter Klassiker“ hält sich auch im Abschwung gut

Der Fondak gehört zum Urgestein der deutschen Fondslandschaft. Seit seiner Auflage am 30. Oktober 1950 hat er alle Wandlungen des Aktienmarktes überstanden und gehört heute mit einem Volumen von rund 719 Mill. Euro zu den schwereren Kalibern im Markt.

FRANKFURT. Seine jüngste Häutung erfuhr der Fondak im ersten Halbjahr 2000 unter seiner jetzigen Fondsmanagerin Heidrun Heutzenröder. Von da ab wurde als Benchmark eine Mischung aus dem MDax und dem MSCI Value Deutschland gewählt, zuvor orientierte sich das Fondsmanagement am Deutschen Aktienindex (Dax). "Wir haben den Fonds damit von der Wachstumslastigkeit des Dax abgekoppelt", sagt Heutzenröder, die den Kapitalsammeltopf bei der zur Commerzbank gehörenden Fondsgesellschaft Adig managt.

Allerdings wird es an dieser Stelle auch etwas kompliziert, denn über die Hintertür des MSCI Value Deutschland kommen auch wieder Dax-30-Werte in den Fonds. Über alle Indizes betrachtet sieht die genaue Aufteilung so aus: 43 % Dax, 54 % MDax und 1,5 % SDax, die Liquidität liegt bei etwa 1,5 %.

Legt man einmal den Rechenschieber zur Seite so bleibt festzuhalten: das Übergewicht hat eindeutig der MDax, der für die mittelgroßen Substanzwerte auf dem deutschen Kurszettel steht. "Dieser Index ist der Repräsentant der old economy", erkärt Heutzenröder, und bekanntlich haben diese Werte mit dem Niedergang der Internet-Euphorie ja eine Renaissance erfahren.

Die entscheidenden quantitativen Auswahlkriterien sind eine hohe Dividendenrendite und ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von unter 15. Hinzu kommen Faktoren wie etwa die Qualität des Managements oder der Produkte. So findet ein Wert wie Porsche in den Fonds, obwohl der Titel in der Benchmark fehlt. Der Grund: Heutzenröder hält den Geländewagen Cayenne für eine gelungene Erweiterung der Modellpalette.

Aber wie beurteilt man die Fähigkeiten des Managements? Hier setzt das Analystenteam auf den persönlichen Kontakt mit den Vorständen, pro Tag komme es zu drei bis vier solcher Gespräche - am Telefon oder "face to face". Zu den größten Einzelposten zählen derzeit Deutsche Bank, Beiersdorf und die Altana-Aktie - wenn auch bei letzterer jüngst Gewinne realisiert wurden. Selbst die T-Aktie hat wieder größere Chancen im Fondak, weil sie nach dem Kurssturz die "value"-Merkmale erfüllt. Jüngster Trend im Fonds: Die Blue Chips bekommen wieder ein größeres Gewicht als die mittleren und kleinen Titel. "Antizyklisches Verhalten" innerhalb der deutschen Value-Werte lautet das Rezept in der Baisse. Das schützt nicht vor Wertverlusten, mildert aber den Schmerz.

Iris Albrecht vom Vorstand der Beratungsgesellschaft Fondskapital AG weist darauf hin, dass der Fondak in den vergangenen Jahren stets im Spitzenfeld gelegen habe. In der Zwölfmonats-Betrachtung belegt er Platz fünf unter 99 deutschen Aktienfonds für Standardwerte, im Dreijahresvergleich Rang vier im Konkurrenzfeld von 87 Produkten.

Allerdings habe er in Aufschwungphasen schlechter abgeschnitten, wenn man europäisch aufgestellte Fonds wie den Gartmore Continental Europe oder der Fidelity European Growth als Maßstäbe heranziehe. Die Stärke des Fondak entfalte sich vor allem in Börsenabschwüngen, dagegen bleibe seine Performance in der Hausse leicht zurück. Im Klartext: Vor allem wenn die Technologietitel richtig durchstarten sollten, würde man mit dem Fondak nicht alle Kurschancen ausnutzen können.

"Der Fondak ist ein klassisches Basisinvestment für den Anleger", urteilt Fondsexpertin Albrecht. "Die Umstellung in Richtung MDax hat dem Fondak gut getan, eine gelungene Modernisierung", sagt sie. Dennoch gehe der Trend in Richtung europäischer Lösungen, da die Auswahl an Aktien so größer werde.

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